Jetzt ging es darum, das Konzept dieses Magazins zu erarbeiten, um meinen Vorstellungen und deren der HipHop-Community gerecht zu werden. Dieses Magazin sollte abwechslungsreich sein und eine inhaltliche Kraft hervor bringen, damit sich ein Neuankömmling ein ehrliches und gerechtes Bild dieser HipHop-Kultur machen kann. Um dies zu erreichen, müssen die vielen Facetten dieses Musikstiles ans Licht gebracht und erläutert werden. Der Schweizer HipHop, der Rap allgemein, erlebte so viele unterschiedliche Prägungen, dementsprechend wird der HipHop in unglaublich viele verschiedene Richtungen definiert. Es gibt so viele Ausprägungen dieses Musikstils, so dass man heutzutage gar nicht mehr fähig ist, die Grenzen zu ziehen. Und dies ist genau der Zündstoff für diverse Diskussionen und Streitigkeiten. Nur schon die Frage, welche Künstler noch im Namen des HipHops agieren, wird ein Argumentmassaker verursachen. Ich mache ein Beispiel; «Ist Bligg ein Rapper? Ist Cro ein Rapper?» Mit dieser Frage, könnte ich eine schon zur Nichte geführte Diskussion wieder aufgreifen. Es gibt so viele Schweizer Rap-Künstler, die sich auf lyrischer Ebene stark unterscheiden, manche rappen für den Fortschritt des Sprachmundwerks, der Technik, und variieren und verbessern ihren Flow. Andere behandeln politische, wissenschaftliche und persönliche Texte, und greifen diese Themen auf einem lyrisch sehr hohen Niveau auf. Auch die vielen unterschiedlichen musikalischen Aspekte sind ein Sinnbild für die Wundertüte «Schweizer Rap». Manche Künstler arbeiten mit Beats, die sehr stark an die Anfangs- und Blütenzeit des Raps erinnern. Sie beinhalten noch einen gewissen Soul- und jazzigen Charakter. Andere wiederum rappen über sehr elektronische, von Soundeffekten geprägten Beats, und haben so das Potenzial auch im Radio zu laufen. Auf jeden Fall wollte ich viele Rapper mit ganz unterschiedlichen musikalischen und lyrischen Richtungsweisen in diesem Heft vereinen und vorstellen, um dem Leser die voll ausgeschmückte und reichhaltige Palette servieren zu können. Ebenfalls wollte ich für das Magazin auch grosse Namen gewinnen, welche die Fans anlocken werden und dem Magazin auch eine gewisse Professionalität vermitteln. Je grösser der Status und die Anerkennung der Künstler in der Szene ist, desto spannender und mitreissender werden die Artikel und deren Herangehensweise. Mein grosser Wunsch war ein Interview mit Mimiks zu führen, und über ihn und seine Kunst eine Berichterstattung zu verfassen. Denn Mimiks war in diesem Jahr der Rapper, der für viel Aufregung gesorgt hat und momentan von mir, meinem Umfeld und der ganzen Rap-Szene am meisten gefeiert wird. Ebenfalls wollte ich das Jahr 2014 in diesem Heft Revue passieren lassen, indem ich Openair-Reportagen, Momentaufnahmen von Events und frisch rausgekommene Alben miteinbringen werde. Ein grosses Anliegen war, und ein wichtiger Bestandteil sollte auch die Förderung von Jungtalenten werden. Ich wollte Rapper vorstellen, die eine grosse musikalische Zukunft vor sich haben, indem sie mit ihrem Talent und ihrem Motivation Spirit überzeugen. Diesen Jungs wollte ich einige Seiten Papier in diesem Heft zur Verfügung stellen. Auch wollte ich in diesem Heft den politische Aspekt mit der Rap-Musik in Verbindung bringen, indem ich mit einigen Spezialisten über deren wechselwirkende Komponenten diskutiere. Und die schwierige finanzielle Lage, welche vielen Künstlern einen Strich durch die Rechnung macht und den Traum platzen lässt, wollte ich thematisieren und deren Ursache und Auswirkung erfassen. Weitere Ziele waren die Aktualität und die Unterhaltung. Ich versuchte den Fans ein Magazin zu liefern, welches mit neuen und interessanten Informationen überzeugen kann und den Fan immer auf den neusten Stand bringt. Auch sollen oberflächlich angeschnittene Berichte, die vielen langen und tiefgründigeren Artikel auflockern. Die Grosshirnrinde, wie auch das Auge sollten immer wieder mit einfachen kurzen und unterhaltsamen Seiten, wie Zitatensammlung, Graffitis und Alben Reviews entlastet werden. Diese Vorstellungen, Ziele, Wünsche und Konzepte hielt ich in einem Heft fest. Allerdings trug ich diese auch die ganze Zeit in meinem Kopf mit. Auch wenn ich mir mal freie Tage gegönnt habe, wollte mein Kopf nicht relaxen. Er suchte die ganze Zeit nach neuen Ideen, Änderungsmöglichkeiten und Ergänzungen. Meine Maturaarbeit war omnipräsent.

Kommentare