Vielleicht hast du dich gefragt, weshalb Knackeboul das neue Cover schmückt. In diesem Artikel kämpfen wir uns durch den Dschungel dieser Vorurteile und versuchen diesen Künstler, diesen Rap-Artisten, diesen Menschen, befreit von falsch gezeichneten Bildern und Vorurteilen in seiner Kreativität, seiner Muse, seiner Geschichte und seiner musikalischen Laufbahn zu untersuchen.

Wir haben hier exklusiv ein paar Zitate aus dem hochspannendem Gespräch mit Knackeboul über seine Kindheit, die Realness, das Image, das Politisieren, sein neues Album und das Reisen:

«Diese Schweiz ist klein und das ansprechbare Publikum ist begrenzt. Man sollte am besten niemanden in seiner politischen Ehre verletzen und wütend machen, so denken auf jeden Fall viele Prominente. Auch ein Bligg sagt plötzlich nichts mehr und das finde ich schrecklich! Die Zeiten werden schlimmer und schlimmer und genau deshalb ist es wichtig, dass man seinen Mund aufmacht und etwas sagt. Klar, als Cervelat-Promi verbaue ich mir so einige Wege, die mir ohne das ständige Politisieren frei gewesen wären.»

«Dieses Bild, das die Leute von mir haben, bringe ich nicht mehr weg. Ich wurde schon in diese Schublade gesteckt, als unlustigen ‹Knack›, der HipHop an den TV verkauft hatte. Selbst wenn ich niemanden mehr von mir überzeugen möchte – auch wenn ich dies wahrscheinlich unterbewusst immer noch tue – rappe ich weiter, weil ich es muss.»

«Ich habe eine unglaublich grosse Liebe für HipHop und rege mich selber über Menschen auf, die noch dieses ‹Yo, Yo – Klischeebild› vom HipHop haben. Trotzdem finde ich, dass ein Grossteil der Rapper infantil ist. Sie finden es peinlich, wenn ich Rap so plakativ darstelle. Ich wiederum finde es peinlich, wenn Rapper sich mit 33 Jahren noch unnötig hochspielen.»

«Ja, das mag jetzt wirklich grössenwahnsinnig klingen. Doch Kendrick übt in den Staaten eine experimentelle Kunstform
aus, mit welcher sich die Menschen beschäftigen und diese auch akzeptieren. Ich masse mir das jetzt an und sage, dass ich genau das seit Jahren in der Schweiz versuche. Nur ist unser Markt für solche musikalischen Experimente noch nicht tolerant genug.»

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