Am kommenden Sonntag wird in der Schweiz unter anderem über die Durchsetzungsinitiative abgestimmt. CH-Rap steht vermeintlich geschlossen hinter einem klaren «Nein». Jedoch birgt diese Initiative viele Streitquellen. Auch im Schweizer Rap.

Die ganze Schweiz dreht am Rad. Am 28. Februar wird in unserem Land abgestimmt. Am meisten Welle macht die Durchsetzungsinitiative (DSI) der SVP. Die Facebook-Timeline des LYRICS-Lesers wird wohl genauso von Polit-Posts übersät sein wie die unsere. Auch Rapper schalten sich aktiv in die Diskussionen mit ein oder zetteln diese gar an. Ist man dies von Knackeboul bereits gewohnt, überrascht der ein oder andere Facebook-Beitrag vom ein oder anderen Rapper jedoch ziemlich. Die Frage, die sich dabei stellt ist, ob Künstler ihre Relevanz für eine politische Sache investieren sollen. Und Hand in Hand damit geht die Frage, welche wahren Absichten hinter solchen Posts stecken. Polarisieren tut die DSI alleweil und jeder halbwegs aktive Social-Media-Nutzer weiss, dass man sich genau solche gesellschaftsspaltenden Themen zunutze machen kann. Andererseits haben Rapper, die über eine grosse Fanbase verfügen, auch schlichtweg die Möglichkeit viele Menschen anzusprechen. Somit besteht die Chance diese zu mobilisieren, um die Welt – oder halt die Schweiz – zu einem besseren Ort zu machen. Wir haben für euch das Material, was wir finden konnten zusammengestellt von Rappern, die sich zur DSI äussern .

Jemand, der sich schon seit Jahren für Menschen aller Nationen einsetzt, ist Ruff. Eine Woche vor der Abstimmung haute er einen Song inklusive Video mit einer klaren Message raus:

Knackeboul hat sein Statement schon vor langer Zeit abgegeben und war vergangene Woche Teil der SRF Polit-Sendung Arena, um neben SP Politiker Daniel Jositsch gegen die Durchsetzungsinitiative zu kämpfen:

Knack fightet im Schweizer Fernsehen gesittet und anständig. Derweil hat es Eldorado FM ab der Initiative ebenfalls schon lange die Galle raufgewürgt, entsprechend krass fallen die Aussage auf Tommy Vercettis und Manillios Facebook-Pages aus:

Xen nennt die DSI eine Nazi-Initiative und bittet darum, dass alle, die die Möglichkeit haben abzustimmen ein «Nein» in die Urne werfen sollen:

Stress postet ein Bild der Plakate der Initiativ-Gegner. Er hat sich dem «Dringenden Aufruf» des «Komitees gegen die unmenschliche SVP-Initiative» angeschlossen, und gehört mit Knackeboul zu den Erstunterzeichnenden:

Auch Mimiks mobilisiert seine Fans, indem er ein Plakat der Initiativ-Gegner auf Facebook stellt. Er schreibt dazu, dass man statt online rum zu heulen besser an die Urne gehen sollte (Hier geht’s zum Original-Post von Mimiks):

CH-Rap kämpft gegen die DSI

Bild: screenshot Facebook.com/Mimiks041

Die Chaostruppe legt ihren Fans nahe «Nein» zu stimmen, da die Initiative rassistisch und faschistisch sei.

Lirik stellt einen Song online in dem er klar Stellung bezieht. In der Hook rappt der Aarauer: «Min Nochber hed Angst, drum sägi Nei, mini Fründe kei Stimm, drum sägi Nei…»:

Greis mobilisierte nicht nur eine grosse Menschenmasse zur Demo gegen die DSI sondern hatte auch eine Herde weisser und schwarzer Schafe im Schlepptau:

Zudem hat er mit der Rapperswiler Band Knuts Koffer den Track «Drum sägi Nei» aufgenommen. Unmissverständlicher als in diesem Song könnte man die Message nicht ausdrücken, und so hat ihn auch die SP via Facebook geteilt:

Uğur, ehemaliger Rapper und bis vor Kurzem Joiz in the Hood Moderator, schreibt einen ergreifenden Brief an seine zukünftige Enkelin, der erklären soll, was passieren könnte, wenn die DSI angenommen würde.

Gerade gestern nahm Ugi mittels einem Facebook-Post Rapper Bligg in die Pflicht und fragt öffentlich nach dessen Statement zur Durchsetzungsinitiative. Dazu postet er einen Ausschnitt eines Interviews, wo Bligg auf die Frage, wie er denn abstimmen würde sagte, dass er keine Antwort geben könne, da er zu wenig über die Initiative wisse.

Bligg antwortete mit einem Kommentar und gab auch gleich das geforderte Statement ab:

CH-Rap fightet gegen die DSI.

Bild: screenshot Facebook.com/ugur.gueltekin

Mehr Nächstenliebe, weniger Klassengesellschaft – weder last noch least wendet sich auch die Freestyle Convention mit diesem Post an ihre Facebook-Community:

Unser Fazit: Die kommenden Abstimmungen werden wohl so hohe Beteiligungen haben wie selten zuvor. Und die Rapper in der Schweiz sind nicht unschuldig daran. Was meint ihr? Ist das gut oder schlecht? Sollen Rapper eine politische Vorbildfunktion einnehmen?

Bild: LYRICS Magazin

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