Was sagen grosse Rap-Künstler über unseren HipHop? Wir wollen dies in unserer Magazin-Rubrik «Meet CH-Rap» herausfinden und haben deshalb schon einige Namen wie MoTrip, Dillon Cooper, Chali 2na (Jurassic 5), Prinz Pi, Namika und Kontra K  getroffen um ihnen Schweizer Rap vorzuspielen. Sprache hin oder her, oftmals entscheiden Atmosphäre, Feeling und Auftreten, ob der Song für einen «Ausländer» positiv zu bewerten ist. Exklusiv-Shit: In der aktuellen Ausgabe haben wir Kontra K CH-Rap gezeigt.

Das Benzin in seinem Blutkreislauf zirkuliert durch seine Venen und das Feuer in seinen Augen leuchtet hell. Kontra K steht für Kampfgeist, Selbstvertrauen und Loyalität. Dies sind seine Tugenden, für die es bis ans Ende der Tage einzustehen und zu kämpfen gilt. Maximilian Diehn, wie er bürgerlich heisst, lebt nach diesen ungeschriebenen Gesetzen jeden Tag auf den Strassen und als Kontra K in seiner Musik. Vor drei Jahren konnte er mit dem Track «Wölfe» in der Rap-Landschaft Gehör finden, mit dem darauffolgenden Album «Vom Schatten ans Licht» gelang ihm der Durchbruch und dank dem neusten Werk «Labyrinth» trifft er in jeder Stadt auf eine ausverkaufte Kulisse und tausende von begeisterten Fans. Kontra K hat in der deutschen Musiklandschaft endgültig Fuss gefasst. Das nächste Etappenziel, Gold für sein Rudel, ist nur noch eine Frage der Zeit. Dieser Erfolg ist definitiv kein Glück. Niemals. Er ist das Resultat von jahrelangem Dreckfressen in einer undankbaren, urbanen Musikszene und einer antizipierten Anvisierung mehrerer Zielgruppen. Kontra K ist ein funktionierendes und ehrliches Gesamtpaket mit einer gewissen Einzigartigkeit. Wir haben ihn im Dynamo Zürich getroffen. Aufgestellt, neugierig und herzlich hat er uns ein offenes Ohr für CH-Rap geliehen.

Freezy (ft. Koma) – Chreisel

Verstehst du`s?

Ich habe wirklich einige Sachen verstanden. Ich versuche, den Text einmal zu interpretieren. Du sagst mir, wenn ich falsch liege, okay?

Ja, schiess los.

Er sagt, dass er gerne einen festen Job hätte und spricht über die Probleme der Jugend. Man schmeisst sich lieber Pillen und tanzt auf Ibiza, anstatt einmal was aus seinem Leben zu machen. Er rappt wirklich über ähnliche Themen wie ich. Ich schätze Texte, die ehrlich und fernab von der allgegenwärtigen Verblendung sind. Solche Lyrics mag ich! Ich finde seine Stimme jetzt  nicht ganz so geil, doch die Hook funktioniert prima, seine Technik ist stark und auch der Beat transportiert die Stimmung souverän. Von mir gibt es ein «Top!» – aber was meint er mit «Chreisel»?

Den Verkehrskreisel –  der symbolisiert die Orientierungslosgkeit. 

Ah, alles klar. Ja, das macht jetzt alles einen Sinn. Siehst du, ich habe den Text doch einigermassen verstanden (lacht).

Diesen Text verstehe ich auch. Er rappt darüber, wie er im Alter von zwölf die ersten Texte in seinem Kinderzimmer geschrieben hat. Jeder Tag war sein Geburtstag. Uff, jetzt aber wird es echt schwierig, ihm lyrisch zu folgen. Aber ich feiere den Song! Die Funk-Elemente, die mich an die 90er-Jahre erinnern, gefallen mir und sind passend gewählt. Ich mag es, wenn Leute mit vielen Adjektiven um sich schmeissen. Deswegen war es für mich aber auch sehr schwer zu verstehen. Seine Erzählungen von seinen Anfängen mit den Miss Sixty Jeans und Fat Joe finde ich ebenfalls cool. Ich mag ehrliches Story-Telling. Diesen Song könnte ich mir tatsächlich privat geben.

Der Schweizer Cro?

Ungefähr…

Definitiv Cro (lacht)! Den Track würde ich mir jetzt nicht freiwillig geben, das ist nicht so meins. Doch er hat eine wirklich starke Stimme, kann diese gekonnt und in verschiedenen Tonlagen einsetzen. Das ist eigentlich auch ein Representer-Ding: «Während du noch nach Beats suchst, mache ich Klick Klick Klick – einen Hit» Er rappt über die Leichtigkeit des Lebens. Man, ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg. Ich freue mich für ihn. Hut ab!

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