Gold Digger {f} [gəʊld ˈdɪgə(r)] ist ein Slang-Ausdruck für eine Frau, die nur vermögende Männer datet, in der Absicht vom Reichtum des künftigen Partners zu profitieren.
Da ich selbst einmal Cash machen werde, brauche ich weder Mann noch Frau, die mir zu meinem finanziellen Reichtum verhelfen müssen. Dennoch mache ich es mir in der LYRICS-Rubrik «Golddiggin’» zur Aufgabe, Gold zu schürfen – und zwar in der CH-Rap Landschaft. Ich mache mich alle zwei Wochen auf eine Reise durch die Schweiz und versuche dabei die kleinen aber nicht minder wertvollen Rap-Stücke aus dem ganzen Schutt und Schlamm herauszufiltern. Wer weiss, vielleicht stosse ich dabei gar auf eine ganze Goldgrube.

Das Goldstück, welches mir während den letzten Tagen als erstes im Sieb hängen blieb, heisst «808» von NODI und hätte mich zuerst beinahe in einen Physical Schock versetzt, bis ich merkte, dass ich es hier mit einem Newcomer zu tun hatte. Starker erster Track – LYRICS macht Auge auf NODI, nach diesem Start dürfte uns hier bestimmt noch einiges erwarten.

In Zofingen bin ich dann auf eine ganze Sammlung an Goldhäppchen gestossen, allesamt von Marco Selinski. «THX4» hat dabei besonders geglänzt. Den Dank dafür, dass ich ihn auf meiner Reise entdeckt habe, versichert mir Marco Selinski in diesem Song mit seinen insgesamt 16x «I ha Freud» pro Hook. Die ganze Sammlung als EP gibt’s hier gratis zum Download.

Eigentlich wollte ich mich als nächstes auf in die Schweizer Rap-Mekka Bern machen, als mich von Thun her noch etwas anfunkelte. Ja man, Saimon Disko ist back! In seinem «Intro» greift der Freestyle Battler mit losem Mundwerk auf seine Spitt-Künste zurück und kündet damit sein kommendes Mixtape «Schitter» an.

Das Goldschürfen in Basel verlief während der letzten zwei Wochen zunächst erfolgslos, bis mir der Duft einer HipHop-Zigarette in die Nase stieg und ich merkte, dass in Basel der Spass vor dem Gold kommt. Mit «Jimmy Chonga» von Yung Paav & Stinkbueb 500 hatte ich trotz leeren Händen etwas zu lachen:

Gerade als ich mich aus Basel verziehen wollte, stolperte ich über einen mächtigen, kraftvollen Goldkoloss, ja ein richtiger «Fätze». Das Stück gehört zu Josh Branco und erklärte mir während guten 4 Minuten, warum das «Fätze»-Dasein so toll ist. Zwar mässig überzeugt aber mit der witzigen Video-Umsetzung zum Track und ein paar neuen Hanteln im Gepäck liess ich Basel dann für den Moment hinter mir.

Erstaunt war ich über das nächste Stück, das ich im Kanton Aargau entdeckte – erwartet hätte ich es nämlich eher in der Maggia oder der Verzasca. «Crudo» von Altega ist ein unglaublich smoother Track, der zugleich die erste Auskopplung zum kommenden Mixtape bildet.

Während ich mich mit Altega und seinen italienischen Wortwitzen beschäftigte, ging mir ein anderes Goldstück jedoch durch die Lappen, weshalb ich es eine Weile mitverfolgte – zuerst durch die seichten Schweizer Bächlein, dann durch ganze Seen und Meere bis ich schliesslich in Japan landete. Dort feierte ich mit MA2T seinen Track «Andy Hug». Nach dieser Ration Trap war für mich das Diggen erstmal erledigt und ich reiste mit meinem vollen Goldbeutel zurück in die LYRICS-Redaktion.

Ist mir ein Goldstück durch’s Sieb gegangen? Schick uns dein Video via Facebook zu!

 

Text: Nadine / bild: LYRICS Magazin

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