Der PH-Student und weitum bekannte Landbursche des CH-Raps aka Visu scheint sich nach etlichen Zwischenschritten vom «VBT-Süssiboy» zum wahrhaftigen «Conscious Rapper» entwickelt zu haben. Wir analysieren diesen Werdegang kurz und vergessen dabei nicht auf VIS zu dem U’s neustes Schaffen aufmerksam zu machen.

TB 2 Step 1: Der junge Wortakrobat, aus dem Luzernischen Beromünster, sprang im Jahre 2012 mit dem Mixtape «Smiley» aus dem Nichts hinein in die Tiefen des CH-Rap-Haifischbeckens. Gepusht von seinen Freunden und vom Raptrio Skilluminati qualifizierte sich Visu 2013 für den VBT Contest. Mit chilligem, jedoch manchmal noch etwas gekünsteltem Flow, dafür umso witzigeren Texten hustelte er sich Runde für Runde bis in das Video Battle Finale und schlussendlich aufs Siegerpodium.

TB 2 Step 2: Wie könnte es anders sein für einen frischgebackenen VBT-Sieger? Genau, so dropte er bereits ein Jahr nach seinem VBT-Erfolg sein erstes Gratis-Album «Antiheld». Auf dem 14 Track starken Werk blieb der Rapper seinem VBT-Erfolgsschema treu und damit immer noch ziemlich der Gleiche wie in seinen bereits bekannten Songs. Zwar sassen die Doubletimes besser, der Flow wurde variabler und es konnten auch tiefgründigere Inhalte angesprochen werden, es fehlte jedoch etwas Griffiges auf der Platte.
Summa Summarum hört man auf «Antiheld» einen Rapper mit grossem Potenzial. Und wenn man sich die Zeit dafür nimmt, die zwei Videoauskopplungen «Staubsuuger B!tch» und «Dänk für mich» nochmals abspielt auch seine, schon damals vorhandene, Diversität.

TB 2 Step 3: Zwei Jahre später legte «de süessischti Rapper» dann nach: Mit «Sex und Rösti» verkaufte der Luzerner genau, was er versprach. Für 9 Batzen erhielt man eine 9 Track starke Lokomotive, welche die klassische Visu-Schiene mit lustigen Wortspielen, ironischen Vergleichen, Love-Life-Happiness und ehrlicher Selbstreflexion mit Volldampf überrollte. Die Feature-Gäste wurden berühmter (besser?) und seine Bekanntheit in der (041) Szene wuchs stetig. Als zusätzlich qualitativ herausstechendes Element ist anzufügen, dass das gesamte Soundbild professionell produziert und nicht mehr so Hobby- oder Rümlimässig erklingt. Visu schien mit «Sex und Rösti» bereit für mehr, der definitive Durchbruch blieb ihm jedoch verwehrt.

Finally Step 4: Nach über einem Jahr Sendepause meldete sich das ehemalige Babyface eindrücklich zurück! Im neuen Track «Druff» merkt man, wie viel Mühe sich der angehende Lehrer beim Texten gemacht hat. In 3 Strophen baut er einen gesellschaftskritischen Kontext auf, was man dieses Jahr noch selten derart stark ausdifferenziert gesehen hat. Was den Song aber wirklich real macht, ist die Einsicht, dass auch Visu selber im genau gleichen Fahrtwasser treibt. Das alles in einen wirklich geilen Flow zu verpacken: Dafür kann man dem guten alten Luzerner Schwerenöter nur gratulieren! Kurz zum Videoteil selber, den kann man wohl mit dem Modewort «hässig» ziemlich passend beschreiben.
Im zweiten Part «Zrugg» spielt Visu dann wieder übertrieben lang mit ähnlichen Reimen und serviert uns dazu wunderschöne Bilder der Stadt Luzern! Wir bleiben gespannt was uns der Heugabelpoet wohl als nächstes präsentiert. Aber zuerst gebt euch!

bild: Youtube

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