Lionaire hat mit «NOTFROMHERE.» sein zweites Studioalbum veröffentlicht. Wir liefern euch 4 reale Gründe, wieso es dem Solothurner Rapper gelingen könnte, damit international bekannt zu werden und vor allem zu beweisen, dass er eben «NOTFROMHERE.» ist.

Selfmademan

Der junge Oltener trumpft nicht nur durch eigene, in astreinstem Englisch geschriebene Texte auf, sondern vertieft sich derart in seinem Schaffen, dass er beinahe jeglichen Output selbst produziert. Auch in seinen Videoclips oder auf Social Media fällt der Rapper mit somalischen Wurzeln keineswegs ab. Wenn man dabei bedenkt, dass Lionaire erst 19 Lenzen zählt, klappt manch einem der Laden runter.

Roter Faden

Das ganze Album scheint einem Konzept, einer inneren musikalischen Schiene zu folgen. Kräftige, zeitweise gar übertriebene Bässe werden oft von scheppernden Drums begleitet. Kombiniert mit warmen bis grellen Synthesizern unterwandert das Werk gängige musikalische Schemata, ohne dabei seinen eigenen Vibe zu verlieren. Für manch einen Hörer mag das Ganze zuweilen etwas düster oder monoton wirken, seinem roten Faden bleibt die Platte somit aber sicherlich treu. Interessant zu wissen wäre, wie viel davon tatsächlich bereits aus Lionaires eigener Kraft entstanden ist und wie viel OZ (Zusammenarbeit mit Grössen wie Drake, Travis Scott, Meek Mill usw.) oder Nico Chiara (Zusammenarbeit mit Fler, Bushido, Dardan usw.) zu «NOTFROMHERE.» beigesteuert haben.

Rapskills

Lionaire rappt straight auf den Takt und vergisst dabei nicht, seiner starken Stimme genügend Freiraum zu lassen. So reimt der Junge seine Silben manchmal derart kinderleicht und stilsicher, dass man meint, er würde mit einem Pinsel in reinem Weiss über die Takte streichen. Im nächsten Moment versteht er es dann jedoch gleichwohl, schlagartig Ausdruck und Stärke à la Pusha T auf die Beats zu pressen. Auch hier darf man über das bereits Gebotene wohlgebührend mit dem Kopf nicken, gleichzeitig aber darauf hoffen, dass sich, wie bei Fifa, der Spieler noch entwickelt.

Gesamtprodukt

Das Album verfügt, wie bereits erwähnt, über einen wunderbaren roten Faden. Die dadurch etwas kleine Diversität wird mit spannenden Featuregästen wie Pronto oder Seven Saraqi kompensiert. Vom Live-Banger «$ Me» (ultrasicker Start) über das hymnenartige «Don’t Worry» zum verspifften «Ultrablazin» – wer sich Trap zu gönnen pflegt, kommt an diesem Werk nicht vorbei.

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