«Lueg solang d Medie ide Ferie si mers Radio vers Quartier» – doch wir sind nicht im Urlaub, lieber Manillio, und deshalb haben wir uns vier sinnvolle Punkte herausgepickt, die Dein neues «Kryptonit Deluxe» etwas genauer analysieren. Man will ja schliesslich wissen, was an den fünf neuen Tracks so «Deluxe» sein soll.

New York
Im April dieses Jahres hat es Manillio in die Red Bull Studios von New York gezogen. Dort konnte er, begleitet von seinen Produzenten Sir Jai und Ruck P, in höchstprofessionellem Umfeld an seinen Bonus-Tracks feilen. Wie stark sich Neezy dabei vom Metropolenfeeling des «Big Apple» beeinflussen liess, wissen wir nicht. Klar ist aber, dass die Weltstadt schon für so manchen Künstler als berauschende Inspirationsquelle diente und der Aufnahmeort den «+5-Tracks» somit etwas weltmännischen Flair verleiht.

Soundbild
Wie bereits erwähnt, wurde Yung Mani in NYC von seinen beiden Produzenten Sir Jai und Ruck P begleitet. Die beiden verstehen es, die oftmals melancholisch wirkende Stimme von Manillio in einen weichen Mantel zu hüllen, sodass die «+5-Version» alles in allem leichter und lockerer klingt als das Standardalbum. Alle Tracks, bis auf «Schall und Rauch», welcher eher radiotauglich und fröhlich daherkommt, sind mit einem leicht monotonen Jazz-Groove ausgestattet. Dieser verschwindet aber mit der Zeit und wird dann oft von wummernden, gezielt eingesetzten Bässen abgelöst. Die Werke lassen sich aber nicht so einfach kategorisieren und ergeben durch ihre Individualität schlussendlich ein stimmiges Sound-Design. So endet «Nah Nah» eher wie ein Rockkonzert, während «Eifach (feat. Nativ)» mehr Oldschool mit Funk und scheppernden 808s gemixt ist und «Link Up» hingegen etwa so endet wie 90er Partynächte in Berlin.

Lyrik
Nach einigem Rauf- und Runterhören kommt es einem in etwa so vor, als würde der 28-Jährige Solothurner in der «+5-Version» die vergangene Zeit seit dem Erflog von «Kryptonit» reflektieren. Dabei rappt er davon, wie cool er ist, ohne dies ausdrücklich zu sagen. Weiter ist Maneezy ein Weltmeister darin, stumpfe Floskeln in Überweisheiten zu verpacken und das alles dann auch nicht allzu süffisant klingen zu lassen. Das ist cool. Alles in allem wirkt der Rapper mit der leicht heiseren Stimme etwas weniger melancholisch, als noch auf dem im 2016 erschienenen Originalalbum. Dank dem Berner-S.O.S-Turn-Up-König Nativ wird im Track «Eifach» dann auch noch eine Prise jugendliche Frechheit über die EP gestreut.

Massentauglichkeit vs. Individualität
Seit seinem Überhit „Monbijou“ ist der EFM-Rapper in aller Munde und Liebling aller Radiostudios. Er spielt auf Festivals mit sehr wenigen HipHop-Acts wie dem Openair St. Gallen und kann auch dort mit dem Publikum connecten. Mit dem Sommertune „Schall und Rauch“ bedient er dieses breite Publikum, und klärt vor allem durch Tracks wie „Bodega“ und „Eifach“ die HipHop-Heads unter seinen Fans. Das macht den Solothurner für alle leicht zugänglich, vielschichtig und verspricht vor allem grossen Erfolg.

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