Gold Digger {f} [gəʊld ˈdɪgə(r)] ist ein Slang-Ausdruck für eine Frau, die nur vermögende Männer datet, in der Absicht, vom Reichtum des künftigen Partners zu profitieren. Weil Nadine ihre Zeit gerade mit den vielen bouncenden Goldkätzchen in Asien verbringt, mache ich es mir diese Woche in der LYRICS-Rubrik «Golddiggin» zur Aufgabe, Gold zu schürfen – und zwar in der CH-Rap Landschaft. Dabei habe ich die Hoffnung, gleich in einen ganzen Topf voll Gold zu greifen.

Meine diesmalige Goldsuche startete noch während meiner Ferien auf Mallorca. Dort wurde mir nämlich am Strand das Goldstück «Waves» von GLB angespült. Die Schweizer sind halt überall. Der Reggae-Track machte meine Ferien komplett und lässt mich den Sommer auch zurück zuhause weiterleben. Zieh dir eine Portion «vida loca» fürs Weekend rein:

Beim nächsten Goldklumpen habe ich mich gewundert, ihn in St. Gallen und nicht in Genf gefunden zu haben – «Choppa» von N.I.C. hat einen voll internationalen Touch und könnte glatt als Spin-off von Ace Hood’s «Bugatti» durchgehen. Clip cool, Beat cool, Rap cool. N.I.C., in den Staaten wärst du mit deinem neuen Track wohl bereits reich.

Meine weitere Goldsuche hat mich ziemlich «Durenand» gebracht: Der gleichgenannte Track von Keystev vereint Reggae, Rap und Folklore, was beim ersten Hinhören ziemlich speziell ist, aber gerade deswegen sofort ins Ohr geht. Beim Gedanken an die Frauen in seinem Clip kommt verständlicherweise auch Keystev ganz «durenand». Echt cool realisiert und definitiv hörenswert:

Das nächste Glitzerpartikel kam mir bekannt vor. Dizzy, Darlig ist mir während einer Goldsuche schon mal begegnet. Auch sein neues Stück «Mama Mond/Pink Narkose» konnte ich mir nicht durchs Sieb gehen lassen. Wie gewohnt ist das Ganze etwas abstrakt und irgendwie von der Rolle, darf aber auf keinen Fall weder ungehört noch ungesehen bleiben. Überzeug dich selbst:

Den Beat dieses Goldstücks hörte ich bereits von Weitem, als ich an der Aare am Schürfen war. Das Stück von M.A.K. und SOSA pumpte sich im «Norde» Berns zu mir ins Sieb. Die beiden überzeugen mich mit ihrem Flow und ihrer selbstsicheren Attitüde. Diese Berner Jungs werden hier bestimmt nicht zum letzten Mal erwähnt. Hör dir an wie der «Jugo Legände wird»:

Später beim Goldschürfen in Bern raste ein Goldstück so schnell an mir vorbei, dass ich es fast nicht erwischt hätte. Die Hook blieb aber sogleich hängen, sodass ich mir «Mustang» von Raffi P ft. Syana in aller Ruhe reinziehen konnte. Guter Rap, schöne Stimmen, no more Words needed. Gib dir:

Meine nächste Entdeckung gehört einem Besitzer, ab dessen Name ich etwas lachen musste. FIGGDYDIRTY nennen sich die beiden Zürcher Figgdy Ernscht und Yung Dirty, haben aber nicht nur wegen ihrem Namen meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Track «Harrash» polarisiert nämlich definitiv. Wer auf Massaker-Texte steht, bekommt hier die volle Ladung auf dem Goldtablett serviert. Ich persönlich weiss nicht genau, was ich von dem Track halten soll. Ist gar nicht schlecht aber ich check’s einach nicht ganz. Hör selbst:

Ich blieb in Zürich, suchte mir jedoch einen anderen Platz zum Schürfen. So gelang es mir, mich von Santos mit seinem Song «Jung» ein wenig bezirzen zu lassen. Text und Sound sind echt schön und geben deiner Sicht auf die Welt eine Portion Glitzer und Sonnenschein. Der Clip grenzt an Softporn, aber wem’s gefällt, gefällts. In meiner Zugfahrt zurück ins LYRICS-Büro musste ich meinen Bildschirm etwas verdunkeln um dem Opi neben mir nicht gleich den Rest zu geben. Neugierig? Check:

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