Gold Digger {f} [gəʊld ˈdɪgə(r)] ist ein Slang-Ausdruck für eine Frau, die nur vermögende Männer datet, in der Absicht, vom Reichtum des künftigen Partners zu profitieren. Weil Nadine ihre Zeit gerade mit den vielen bouncenden Goldkätzchen in Asien verbringt, mache ich es mir diese Woche in der LYRICS-Rubrik «Golddiggin‚» zur Aufgabe, Gold zu schürfen – und zwar in der CH-Rap Landschaft. Dabei habe ich die Hoffnung, gleich in einen ganzen Topf voll Gold zu greifen.

Mein erstens Goldstück habe ich in Bern aus der Aare geschürft. Jakkos neuste Videoauskopplung «Gainz» könnte auch glatt als Motivationsstreifen oder oder als Anleitung zu einem ausgeglichenen und erfolgreichen Leben durchgehen. Aus drei verschiedenen Perspektiven wird dabei das Leben junger Menschen: einem Fussballer, einem Studenten und einem Gym-Junkie beleuchtet. Der Track lebt von Jakkos leicht kratziger und wiedererkennbaren Stimme und den Weisheiten, die er uns mit auf den Weg gibt. Wer mehr von Jakko möchte, kann sich ab dem 18. August sein Debüt-Album «Ignorant» ziehen.

Um meinen Gold-Trieb weiter zu befriedigen, folgte ich dem St.Galler Rapper LAB bis nach Berlin. Dort filmten sich die Jungs dabei, wie sie in der deutschen Hauptstadt durchdrehen. Dass daraus der Videoclip zu «Es Chunt Guet» entsteht, wussten sie wohl selber nicht. Egal, die sehr authentischen Bilder passen perfekt zu den punchig gerappten Verses. Dass es LAB versteht, asozial-klingende Lines in einen Konzeptsong zu packen, macht das Gesamtprojekt für mich ziemlich sympathisch. Nun aber zurück in die Schweiz.

Denn hier wartet ein wertvoller Import auf mich. Und zwar der des Meek Mill-Beats von ISSUES. Roni Loud benutzt das Brett, um mit seinem Layd-Back-Flow Lebensweisheiten weiterzugeben. «Si hate mi wiu ig mit Liebli us em Bus lächle» ist für mich der Höhepunkt und lässt mich einerseits mein Gold-getriebenes Leben reflektieren, andererseits auch ziemlich in den Kopfnicker-Film kommen.

Irgendwie zieht es mich dann aber wieder raus und zwar ans Meer. Anscheinend soll man auch am Strand gut schürfen können. Und prompt habe ich bald schon ein weiteres Nugget in Händen. Die L.O.V.E-CREW versprüht glitzernde Good-Vibes und glänzende Schwingungen. Zum Schluss lassen es sich die vier Jungs aber nicht nehmen, mir noch zu sagen, dass ich alles, was ich suche eigentlich schon lange in mir habe. Passende Worte an einen Golddigger.

Amuraas «Nxd Nxrmal» ist eine Hymne an die dunklen Seiten Zürichs, welche laut dem Rapper nicht ganz normal sind. Der langsam gehaltene und übernice dumpfe Beat lässt einen vollumfänglich in den Bauchtaschen-Corner-Sound eintauchen. Zum Glück ist das Video nicht ganz so düster wie der Inhalt, denn sonst hätte mir beim «diggen» wahrscheinlich ein bisschen in die Hose gemacht. Wer mehr von Amuraa möchte, dem kann ich seine EP «Carthage», die auf allen gängigen Musikportalen erhältich ist, nur empfehlen.

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