Wenn bei den «Grösseren» das Sommerloch klafft, geben die «Kleineren» der Schweizer Rap-Szene umso mehr Gas. In den letzten paar Wochen hat sich im Underground dieses Landes so einiges getan. Deshalb beging ich mich mal wieder auf Goldsuche.

Als ich mich durch die Verzasca buddelte, fand ich einen Italo-Track mit Hitpotenzial. Im Sog «Sbatti» von Chris Laway ft. Mark Lenders & Beri verstehe ich zwar nichts, es klingt aber absolut solid:

Dass ich mich diesmal auf wenig Schweizerdeutsch gefasst machen konnte, wurde mir schnell klar. Umso besser jedoch das nächste Goldstück, das im Kanton Schwyz in meinem Sieb hängen blieb: «Lost Child» von Ryan haute mich komplett weg. Rap vom Feinsten – mega Flow und eine unglaublich klare Artikulation. Die Hook ist leider etwas langweilig, passt aber als Pendant zu Ryan’s Rapkünsten. Der Track ist nicht der Jüngste, sollte aber unbedingt gehört werden:

Weiteres interessantes Soundbild, welches mir während dem Schürfen zu Ohren kam, ist das «Intro» von LAB zu seinem kommenden Mixtape. Dieser Newcomer hat es bereits ins letzte Golddiggin’ geschafft. Unerklärlich, wie mir sein Intro, welches bereits zuvor gedroppt wurde, durch die Lappen gehen konnte. Aber hey, besser spät, als nie. Erstmal ein Kompliment an Klepto für den übernicen Beat. LAB selbst ist aggressiv drauf und benutzt das Wort «figge» als Synonym für ungefähr fünf verschiedene Ausdrücke. Aber das Stück zieht und hinterlässt definitiv einen bleibenden Eindruck. Wir freuen uns auf das Mixtape:

LAB – Intro (prod. by Klepto) || MIXTAPE ||

Eyyyyy yoooo 🙂 Doo isch s'Intro vo mim Mixtape! 😉 Das Johr wird randaliert! 😉

Posted by LAB on Sonntag, 4. Juni 2017

Doppelclips sind am trenden, keine Frage. Auf meiner jüngsten Suche nach dem Rap-Gold dieses Landes stiess ich auf ein, bzw. zwei Werke, die mich sofort in ihren Bann zogen: «Jetpack x Fly High» von Primo und Yung Wynt sind beides chillige Trap-Songs, die sich ganz easy absorbieren lassen. «Fly High» hebt sich durch englisch-französischen Mumble-Rap vom Rest ab. Yung Wynt kombiniert romanisch und germanisch auf eine richtig smoothe Art und Weise:

In Basel stiess ich diesmal auf eine geballte Ladung Autotune. Bis jetzt bin ich mir nicht sicher, ob das Stück wirklich in meine Goldsammlung gehört. Wer das Movement aber feiert, dem könnte «Allein» von Deyro durchaus gefallen. Der junge Basler rappt auf hochdeutsch und macht definitiv sein eigenes Ding – momentan ist er damit tatsächlich noch «allein». Ist die Schweizer Rap-Szene ready für diese Überdosis Autotune? Check:

Das nächste Goldstück, welches ich einsackte, schien beim ersten Hinhören etwas redundant und eintönig. Nach zwei-drei Mal bringst du «Nanana» von Ferret und L.A.C aber nicht mehr aus deinem Kopf. Die Reime sind banal und der Beat nicht wirklich speziell. Aber trotzdem hat der Track etwas Freshes, das perfekt in unseren Spätsommer passt. Die Basler Rapper haben in Zusammenarbeit mit Luc Conrad einen coolen Clip produziert und wirken dabei echt sympathisch:

Bisher fand ich also fast keinen durchgehend schweizerdeutschen Track. Macht Sinn, die CH-Rapper brauchen schliesslich auch einmal Ferien. Ich fuhr deshalb ans Meer und fand dort tatsächlich noch einen «schwiizerdütschen» Song. Roni Loud sorgt mit seinem Clip zu «Amabe» für Ferienstimmung. Der Track ist ok – man könnte hier aber definitiv mehr rausholen. Irgendwie fehlen Power und Energy. Der Song bringt aber Sommerstimmung mit und versetzt uns in ein Lloret de Mar-Feeling von anno dazumal:

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