Für unsere neue Rubrik gehen wir zurück zum Ursprung. Nostalgisch werden wir immer wieder von Songs zurückgeworfen, die uns durch die verschiedensten Etappen unseres Lebens begleitet haben. Viele Helden unserer Jugend sind mit der Zeit von der Bildfläche verschwunden. Wir, die von ihrer Musik geprägten Kids, fragen uns deshalb: Was machen sie eigentlich heute?

«Es het en Typ geh de het Beats gmacht, Beats wie keine. Das Arschloch het nöd nume Beats gha, es het au chöne reime. De Typ het Tracks gha, ich Raps, jetzt bruchts öpper wo scratcht, Cutmando steppt dezue – gebore isch BliggnLexx.» rappt Bligg auf «Back in the Days» über den Zusammenschluss seiner ersten Rap-Crew.  Was vor zwanzig Jahren aus Spass und Jux anfing, ist mittlerweile ein grosses Stück Schweizer Rap-Geschichte. Während die ganze Schweiz nicht drum herum kam, den anschliessenden Werdegang Bligg’s mitzuverfolgen, begab sich Lexx ganz diskret auf neue Pfade. Wir wollen wissen, wohin das Leben Lexx getrieben hat.

Was hat dich dazu gebracht, deiner HipHop-Karriere ein Ende zu setzen?

Mir wurde damals alles ein bisschen zu eng in der Szene. Zu viele Codes und Dogmen, von denen ich mich befreien wollte. Ich war musikalisch schon immer sehr offen, dies schien sich mit dem damaligen HipHop in der Schweiz nicht vereinen zu lassen. Heute ist das zum Glück anders.

Inwiefern verfolgst du die Geschehnisse der Schweizer Rap-Szene?

Ab und zu bekomme ich etwas mit. Am vergangenen Samstag hat mir jemand auf YouTube einige neue Acts gezeigt, von denen ich noch nie gehört habe. Den letzten Bounce Cypher habe ich mir auch einmal gegönnt. Neue Talente gibt es auf jeden Fall einige.

Reizt es dich teilweise wieder mitzumischen?

Teilweise. Bisher jedoch nicht genügend, um wieder aktiv zu werden.

Könntest du wählen: früheres oder heutiges Leben?

Mein heutiges, ohne Frage. Ich habe mein früheres Leben ja bereits gelebt und hatte eine gute Zeit. Immer nach vorne.

Was war für dich der Höhepunkt deiner Karriere?

Das ist schwierig zu beantworten. Ich denke unser Album «NahDisNah», war schon extrem prägend. Ich bekomme noch heute regelmässig Reaktionen von Menschen, die mir erzählen, wie wichtig die Platte für sie in ihrer Jugend war. Das Beste war wohl, als mir ein Einwanderer erzählt hat, wie ihm unsere Lieder halfen, Schweizerdeutsch zu lernen. Das ist doch ein Höhepunkt.

Dein bester Song?

EKR & Lexx – «Familieliebi». Ich kann mich bis heute mit dem Text identifizieren und EKR ist meiner Meinung nach immer noch der talentierteste Rapper, den es in der Schweiz je gab.

Welche Relikte aus dem damaligen Rapperalltag begleiten dich noch immer?

Eigentlich nichts. Es kommt vor, dass ich in meinen Gedanken reime.

Was erfüllt dich heute in deinem Leben?

Die Liebe zu meiner Familie und die Beziehung zu Freunden. Weiter bin ich immer noch sehr musikinteressiert und auch Kunst beschäftigt mich. Ich verbringe meine Zeit gerne draussen in der Natur und sinniere über das Universum.

Dürfen wir in Zukunft auf ein künstlerisches Lebenszeichen hoffen?

Ja! Ich werde auf «Züri-Slang Karaoke 2» einen kleinen Gastauftritt haben. Die Platte sollte irgendwann in naher Zukunft erscheinen. Abgesehen von diesem Projekt gibt es keine Pläne.

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