Aus welcher Quelle mein erstes Goldstück ursprünglich entsprang, kann ich nicht genau zuordnen. Aber «Part 1» von Fitch hat es in sich: Der Clip lässt zwar zu wünschen übrig, aber Fitch macht alles mit seinem Flow und seinen Texten wett. Er erinnert mit seinem Rap-Stil etwas an Ab Arel in seinen musikalischen Anfängen, was definitiv viel Positives für die Zukunft des jungen Rappers verspricht. Check:

Wer auf Kraftausdrücke steht, dem gefällt wohl das nächste Goldstückchen. Mit den Worten «Und i figg immer no uf dini dräckige Klicks, Junge figg di, Junge das isch mini Sicht» beginnen Brate Muzik ihren Track «Fick uf dini Klicks 2». Der Clip ist etwas Standard: Container, Graffitis und Bandanas. Das Biel-Basler Rap Duo macht seinem Ärger Luft, womit man durchaus sympathisieren kann. Ausserdem bauen sie noch ein schickes Rocky Balboa Zitat ein, was dem Track an zusätzlichem Stil verleiht. Hör’s dir an:

Musik für Revolutionäre: Diamon B & Bromn siebte ich in Solothurn aus der Aare heraus. In «Alles im Arsch» üben sich die beiden Oldschooler in Gesellschaftskritik – zwar nicht solche der tiefgründigen Art, aber an der Oberfläche zu kratzen, ist oft ein guter Anfang. Rap-technisch haben die beiden Solothurner ziemlich was drauf. Ihr Track erinnert an Berner Rap der 2000er, was sich ja bekanntlich ganz gut hören lässt. Der Clip zu «Alles im Arsch» unterstreicht das Textliche optimal und macht ziemlich Eindruck. Sieh selbst:

In Zürich gönnte ich mir eine Pause vom Schürfen und begab mich auf eine burner Skater-Anlage, wo ich mich den Instrumentals von Mindblind hingab. Einmal mehr zeigten mir die beiden Werke «TimeBorder» und «Lollipop», dass nicht nur guter Text Deepness erzeugen kann. Liebe Schweizer Rapper, lasst Mindblind doch mal einen Track für euch produzieren. Dann kann nicht mehr viel schiefgehen:

Mit einem richtig schönen Beat gings dann wieder in Zürich weiter: Das nächste Goldstück brach mir mit seinem Instrumental und natürlich dem Text ein wenig mein Herz. «Du» von Shapo ist ein sehr emotionales Stück, womit sich wohl jeder schon irgendwann in seinem Leben ein Stück weit identifizieren konnte. Shapo lässt in diesem Track seine Lines ganz smooth über den Beat von Sinus Music rollen und versetzte mich damit in eine bittersüsse Melancholie:

Um meine Stimmung wieder etwas zu heben, reiste ich weiter und prompt blieb mir ein Stück Gold in meinem Sieb hängen, welches es mir wieder wärmer ums Herz werden liess. «Bailando» – wie auch sonst sollte ein typischer schnulziger Sommertrack heissen — von Carnoz feat. Aleandro Valente lässt dich auch im Herbst nochmals richtige Sommervibes fühlen. Raptechnisch zwar nichts Aussergewöhnliches, und dennoch ein ganz chilliger Good-Mood Track. Gib dir:

Im Licht der Sommer-Sonne blitzte auf meiner Suche noch ein weiteres Goldstück auf: «Rollschueh» von Jakko. Den Bieler Rapper kennen wir bereits aus früheren Golddiggin’ Artikeln, wobei ich zu Beginn noch etwas meine Mühe mit seiner Ausdrucksweise hatte. In seinem neuen Song stellt er sich vor mit «Okay, mi Name isch Jakko und i bi ne verdammt coole Typ». Sowas trifft genau meinen Humor, weshalb er meine Sympathie nun doch voll und ganz gewonnen hat. «Rollschueh» ist ein poppiger, aber echt cooler Track und erscheint dank Jakkos rauer Stimme sehr speziell. Der Text ist relativ simpel, das stört hier aber keinesfalls. Zudem scheinen Skate-Parks als Setting für CH-Rapclips zu trenden, was aber auch hier zu einem gelungenen Resultat führt:

Keine Angst, Trap gibt’s diesmal auch noch. Ich blieb nämlich im Sommermodus hängen und liess mir deshalb das letzte Goldstück «Summerlights» nicht durchs Sieb gehen. Den Track rappt Yung-KiLi und produziert hat er ihn gleich auch noch selber. Ich muss sagen, dass mich dieser Song nicht von Grund auf überzeugt hat, ich finde ihn dafür zu monoton. Dennoch habe ich mich noch weiter mit Yung-KiLi beschäftigt und musste nicht lange suchen, um ein paar echt starke Stücke von ihm auszugraben. Deshalb hier zum Schluss gleich zwei Werke des Trappers, die einen Einblick in seine Vielfältigkeit geben:

 

 

 

 

Kommentare