Drini und L Loko haben unter dem Namen Sektion Züri ihre neue EP «Summer für Summer» veröffentlicht. Der Name ist Programm: mit der neuen musikalischen Facette, den behandelten Themen, Joes Einfluss und dem zeitgemässen Vibe haben die Sektion-Jungs eine extrem komplette EP in den Startlöchern.

Neue Facette

Bisher klang der Sound von Drini und L Loko stark nach Strasse. Ihr Überhit «Irgendwo im Nirgendwo» verkörperte diesen düsteren Street-Vibe wie kaum ein anderer CH-Track. Auf «Sommer für Sommer» hat sich die Sektion musikalisch weiterentwickelt: Das Grundkonzept des straighten Punchline-Raps auf düsteren Trap-Beats wurde um eine Facette erweitert. So klingt die EP dank Afro-Trap Einflüssen und gesanglichen Spielereinen nun kompletter, komplexer und erwachsener.

Reflektion

Trotz der durchgehend positiven Atmosphäre auf «Summer für Summer» ist in den Texten eine leicht melancholische (Selbst-)Reflektion rauszuhören. Die Songs bringen einen gewissen Tiefgang mit, der die EP sehr interessant macht, zum Nachdenken anregt und den Hörer gut in den kommenden Herbst begleitet.

Joes Einfluss

Auf «Summer für Summer» ist mit Joe lediglich ein einziger Featuregast vertreten. Dieser hat aber ganze Arbeit geleistet und singt auf fünf von sieben Tracks eingehende Melodien. Im Interview mit Virus Bounce erklärten L Loko und Drini dann auch, wieso die EP so krass auf der Afro-Trap-Schiene fährt. So hat Joe aufgrund seiner afrikanischen Wurzeln schon früh Musik mit westafrikanischen-Samples produziert. Die Vorreiterrolle und Erfahrung Joes lässt das Tape weniger nach «0815-Wir-gehen-mit-der-Zeit-Shit» klingen als andere Neuerscheinungen.

Sommervibe

Was das Release ebenfalls sehr authentisch macht, ist die ehrliche Attitüde, aus der die einzelnen Songs entstanden sind. Die Tracks wurden schon im letzten Sommer geschrieben, büssen aber auch ein Jahr später nichts an Aktualität ein. Es gibt keinen einzigen Track, der nach erzwungener Sommermusik klingt – und trotzdem macht die EP ihrem Namen alle Ehre.

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