Wir kennen sie alle – die Lyrics über Louis Vuitton, Versace und Gucci Rap. Mode und Markenkleider werden oft als Statussymbole gehandhabt, als Ausdrucksmittel der eigenen Identität und Individualität, als Zeichen einer Szenen-Zugehörigkeit oder einfach als Hobby oder Leidenschaft. Die einen mögen’s extravagant, anderen sind Fashion, Mode und Trends wiederum schlichtweg egal: Einfach die oberste Jeans und das oberste Shirt aus dem Kleiderschrank tun’s auch. Die CH-Rap-Szene hält sich mit ihren schrillen Vögeln und Fashion-Ikonen recht in Grenzen. Trotzdem wurde in dieser Ausgabe im «Behind the Image» mal wieder versucht, ein möglichst breites Spektrum an Meinungen über das Thema Mode abzustecken.

Ich lege Wert auf eine klassische Garderobe und Qualität. Die meisten Menschen heutzutage sind ja so furchtbar angezogen, dass man beinahe erblindet. Mein liebstes Accessoire, das ich sehr schätze, ist meine Geldklammer. Ich habe sie zu meinem fünften Geburtstag geschenkt bekommen. Kleingeld (Münz) trage ich nie auf mir.

Mode hat für mich aber überhaupt keine spezielle Bedeutung. Stil endet nicht in der Frage, welche Hose jemand trägt, ob mit Bundfalten oder ohne, obwohl ich das für durchaus relevant halte. Ich mache mir auch nicht die Mühe, einen möglichst individuellen und eigenen Kleidungsstil zu präsentieren. Wer heutzutage ernsthaft in Erwägung zieht, Individualität durch Kleidung auszudrücken, muss einem schon sehr leid tun.

Ob ich eitel bin? Ich weiss nicht – vielleicht könnt ihr euch dazu selbst ein Bild machen: Normalerweise ziehe ich mich zweimal täglich um. Mein Tagesablauf ist akribisch geplant: Nach dem Schwimmen Gymnastik, nach der Gymnastik Frühstück. Dann Arbeit. Ich esse nie zu Mittag, diese Mahlzeit lehne ich kategorisch ab, ich esse aber richtig zu Abend, entweder im Speisezimmer oder im Garten, je nach Wetter. Auf keinen Fall in der Küche. Selbstverständlich ziehe ich mich dann um, auch wenn ich alleine esse. Ich decke mir den Tisch mit Blumen oder einer Kerze, oder ich höre Musik dabei. Ich erwarte das allerdings nicht von allen. Wenn jemand zu Hause im Trainingsanzug beim Abendessen sitzt, kann ich nicht sagen, das sei widerwärtig. Ich kann nur sagen: Ich bin ein altmodischer Mensch und halte an meinen Ritualen fest.

Allgemein kann ich zudem anmerken: Die, die sich mit grosser Mühe stilisieren, sind Affen. Die meinen, wenn sie das oder das tragen, essen oder das Glas so oder so halten, dann seien sie schon kultivierte Leute.

Die Art und Weise wie ich meine Haare trage, könnte man mein Markenzeichen nennen. Meine Frisur wurde früher in der HipHop-Szene als Affront aufgefasst. Heute rennt jeder Dritte so rum. Ich denke oft darüber nach, mir eine Glatze zu schneiden. Darüber, ob ich mit meinem Stil in eine bestimmte Szene passe, mache ich mir jedoch wirklich keine Gedanken. Mein Style ist leider auch nicht unbedingt mit der HipHop-Kultur vereinbar. In einer Szene, in der eine lustige «Dächlichappe» und ein paar «Schlabberhosen» bereits als ausgefallen gelten, kann man sich als anständiger Mensch nicht zuhause fühlen.

Für mich gibt es so einige Mode-NO-GO’s. Der Schweizer beispielsweise, insbesondere der HipHopper, hat eine mir unerklärliche Affinität zu viel zu grossen Rucksäcken. Ich halte es da mit den Italienern. Es gibt eben keinen Italiener, der halbnackt mit dem Rucksack am Strand herumläuft.

Bild: Matthias Heyde

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