Heute möchten wir euch das Berner Kraftpaket S.M.D vorstellen. Der Rapper mit nordafrikanischem Hintergrund verbindet auf seinem ersten Projekt «Haute Cuisine» musikalisch vielfältigen Strassenrap mit starken Gesangselementen.

S.M.D, bürgerlich Samir Djedidi, ist 27 Jahre jung und ein waschechter Berner «Giel». Der gelernte Koch hat seine Liebe zur Musik sehr früh entdeckt. So durchlief er eine klassische musikalische Grundausbildung, in welcher er erst Klavierstunden und später auch noch Gesangsunterricht nahm. Weniger gesittet ging es beim Sohn eines Marokkaners und einer Schweizerin mit französischen Roots im Berufsleben zu und her. Der junge Samir landete wegen bewaffnetem Raub im Knast. Die Geschichte hinter dem Überfall will der Draufgänger schon bald in einem Track aufarbeiten.
Seit er wieder aus dem Gefängnis ist, hat er in der Musik ein Reservoir gefunden, in welchem er seine Kraft gewinnbringend einsetzen kann. S.M.Ds musikalische Vision beschreibt er selbst wohl am besten: «Ich will einfach Musik machen, die Vibe hat. Ob diese jetzt lyrisch anspruchsvoll ist oder nicht, ist sekundär. Wichtig ist mir, dass man die Musik im Auto aufdrehen kann und sie vibet.»

In «Nid wie mir» kombiniert S.M.D gerappte Punchlines mit sauber gesungenen Strophen. Dabei konfrontiert er den Zuhörer mit seiner Welt und lässt gleich mal jeden wissen, dass niemand so wie er und seine Freunde ist. Beatmässig setzt S.M.D mit einem lockeren und trappigen Piano-Instrumental auf einen absolut zeitgemässen Hintergrund.

In «Miss Marple» zeigt sich der Berner im Tank Top vor dem Prime-Tower. Auf den Spuren der gewieften Amateurdetektivin wird zu massenhaft Crew-Lines gegriffen. Dabei sorgt vor allem die Komik in S.M.Ds Punches und Vergleichen für gute Unterhaltung. Beattechnisch haben «The Soundbrothers», S.M.Ds Londoner Produzenten, einen passenden und simplen Pusher-Beat geschaffen.

In seinem neusten Release «On Top» zeigt S.M.D, dass er auch den 2017-Film in 1A-Manier zu fahren weiss: Über einem klassischen Afrotrap-Dancehall-Beat rappt S.M.D einen Track voller Selbstlob, Big Booties und G-Lines. Seinem Ziel, Musik mit dem sagenumwobenen Vibe zu schaffen, kommt der Berner mit diesem Track am nächsten.

Interessant zu sehen wäre es, würde der Berner in Zukunft auf die manchmal etwas plumpen Selbstlob-Lines verzichten und mit seiner wiedererkennbaren und leicht rauchigen Stimme noch mehr gesangliche Höhepunkte in seine Tracks zaubern. Das «Haute Cuisine-Projekt» ist der Anfang. Ob die in England produzierte Musik bald für ein grösseres Publikum serviert wird? S.M.Ds Weg bleibt auf jeden Fall spannend.

 

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