Gold Digger {f} [gəʊld ˈdɪgə(r)] ist ein Slang-Ausdruck für eine Frau, die nur vermögende Männer datet, in der Absicht, vom Reichtum des künftigen Partners zu profitieren.
Da ich selbst einmal Cash machen werde, brauche ich weder Mann noch Frau, die mir zu meinem finanziellen Reichtum verhelfen müssen. Dennoch mache ich es mir in der LYRICS-Rubrik «Golddiggin‘» zur Aufgabe, Gold zu schürfen – und zwar in der CH-Rap Landschaft. Ich mache mich alle paar Wochen auf eine Reise durch die Schweiz und versuche dabei, die kleinen, aber nicht minder wertvollen Rap-Stücke aus dem ganzen Schutt und Schlamm herauszufiltern. Wer weiss, vielleicht stosse ich dabei gar auf eine ganze Goldquelle.

Ganze Kerle habe ich auf meiner diesmaligen Goldsuche in Zürich gefunden. Im Clip zum Track «1Mal» verbrennt BOJKA einen Gerichtsentscheid (oder ähnliches) und rappt dazu «Nie meh Bulle, nie meh Grichtssaal». Uuuh we got a badass over here. Ansonsten ist der Song eine Art Commitment für sein Label VL Records. Ausserdem stellt er einen ersten Vorgeschmack für das kommende Album «UMT» dar. Ich bin gespannt, ob da neben dem Family-first-Ansatz auch noch andere Facetten des Zürchers zum Vorschein kommen. Gib dir «1Mal»:

«Jolie» heisst mein nächstes Goldstück, welches ich ebenfalls in Zürich aus dem Schlamm gebuddelt habe, wobei vor allem der Clip und dessen Protagonistin wirklich sehr jolie sind. MOIZ hat mit dem Track voll ins Schwarze getroffen: Stark gerappt, zwar etwas undeutlich, aber dennoch in astreinem Hochdeutsch und mit einer Hook, die sofort ins Ohr geht. Der Track hat definitiv Potenzial, die Landesgrenzen gegen Norden zu sprengen. Also los, gebt euch «Jolie» und verhelft MOIZ zu ein paar mehr Views auf Youtube:

Auch unser Golddiggin-König Jakko ist in dieser Ausgabe mal wieder vertreten: Mit «Gib» hat der Berner erneut einen richtigen Ohrwurm kreiert und glänzt damit in strahlendem Gold. Der Clip dazu ist echt schön gedreht. Jakko denkt zudem an die Gleichberechtigung: Nicht nur ein hübsches Frauen-Hinterteil, sondern auch seinen eigenen Oberkörper präsentiert er in der Sommersonne. So hat’s für jeden bitzli was dabei. Doch seine Stimme und seine Rap-Skills, welche von Track zu Track massiver werden, machen «Gib» zu einem wahren Goldstück. So oft wie er schon erwähnt wurde, wird sicher bald mal ein eigener Artikel erscheinen – Jakko, wir behalten dich auf dem Radar! Check:

Ein zweites Ferien-Video liefert diesmal G65 mit «No work no prize». Auch dieses Goldstück habe ich mal wieder aus der CH-Rap Hometown Bern geschürft, wobei G65 der Golddiggin-Rubrik nicht unbekannt ist. Textlich wie schon erwähnt etwas mässig, aber Oldschool-Beat und Flow sind on fire. Nähme mich nach wie vor Wunder, wie G65s Sound auf Schweizerdeutsch klingt – kann mir nur Gutes vorstellen! Wer weiss, vielleicht geht mein Wunsch ja mal noch in Erfüllung. Bis dahin, zieh dir «No work no prize» rein und feier es:

Ich fuhr auf meiner Suche weiter Richtung Westen: Wer sucht, der findet – nicht nur mein Motto bei der Goldsuche, sondern scheinbar auch dasjenige von Lil Nepthune und Lil Dro$ in ihrem Track «Holes». Da der Song en français ist, kann ich nicht viel mehr zum Inhalt sagen. Er reisst aber definitiv und macht Bock auf mehr. Dass Nepthune auch auf der Bühne komplett durchdreht, hat er zuletzt am We Tell Em gezeigt, wo auch die Crowd massiv abging und die KUFA Lyss zum Beben brachte. Gib dir den neuen Song «Holes» und fühl die welschen Trap-Vibes:

Bei mir zuhause legte ich von der weiten Goldsuche eine Pause ein und stiess an der Reuss spontan noch auf ein weiteres Glanzstück: «C’est la vie» von Snip ft. Eliel hebt nach jedem noch so dunklen Tag deine Laune weit in die Höhe. Von Eliel bin ich mir nichts anderes gewohnt als radiotauglichen und melodischen Rap, aber selbst an seiner Seite geht Snip nicht unter. Der unverkennbare Chekaa-Beat wertet das Ganze dann noch ein Stück mehr auf. Zieh’s dir rein:

Mein persönlicher Favorit ist das letzte Goldstück in der Runde, welches ich aus der Limmat fischte, bevor ich zurück im LYRICS-Lager war. «Dummheit» von RapNose ist etwas speziell und gefällt ganz bestimmt nicht jedem. Bei erstmaligem Hinhören klingt das Ganze zunächst eher wie eine Märlistunde als ein Raptrack. Aber die cleveren Reime und die kritischen Wortspiele machen alles wett, was jemand anderem fehlen mag. Keine Ahnung, was RapNose beim Recorden von «Dummheit» geraucht hat, aber man hört echt gern zu, wenn er seine Gedanken teilt. I like, und du?

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