Über zwei Jahre ist es her, dass Didi mit dem Song «Frisch&Suber» ein erstes Mal schweizerdeutschen Rap mit einem Klangbild von internationalem Format präsentierte. Noch heute wird dieses Meisterwerk als Gradmesser für Produktionen und Konzeptionen moderner Tracks gebraucht.

Der Zürcher Rapper ruhte sich aber nicht auf diesem Überbrett aus, sondern feilte weiter an seiner Musik, an seinen Rapskills, kurz, an seiner «Kunst». Mitte 2016 veröffentlichte er das Mixtape «Morukmodus», chartete damit auf den 17. Platz der Schweizer Hitparade und machte mit Songs wie «Elleboge dobe» oder «Wer mir sind» Welle im ganzen Land. Trotz des Erfolgs sollte das Mixtape aber nur der Vorbote für Didis Debutalbum «Kunst» sein. Der Albumtitel passt: Jegliche «HipHop- Polizei-Normen» wurden auf dem dreizehn Track starken Release über Bord geworfen. Didi braucht nicht auf Standards zurückzugreifen, er macht sein eigenes Ding, seine eigene Kunst. Und das hört man vom ersten Song an. Die hochwertigen Produktionen, für die Ikara als Executive Producer verantwortlich ist, unterstreichen Didis raue Stimme, mit der die unterschiedlichsten Bilder malt. Sind manche Songs vom Inhalt her verschleiert, fast schon kryptisch und zum Denken anregend, haut er mit Tracks wie «Gold», «Gsägnet» oder «Insekte» richtige Hymnen raus. Zusätzlich baut der NoBasic-Rapper auch verschiedene politische Statements ein, die von einem umsichtigen und reflektierten Weltbild zeugen und auf Songs wie «Paradies» als klare Botschaft rüberkommen. «Kunst» ist ein würdiges Debütalbum, es überzeugt durch die musikalische und inhaltliche Vielseitigkeit und das stimmliche Talent des Zürchers. Einziger Wermutstropfen dabei ist die, für die vielen behandelten Themen, zu kurze Playtime.

Review aus dem am 15.12.2017 erscheinenden Printmagazin.

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