In der Schweiz ist es kein Leichtes, mit Musik Geld zu verdienen. Das wissen auch die Rapper hierzulande und verdienen sich deshalb ihren Lebensunterhalt mit ganz normalen Jobs. Diese reichen von Stellen auf dem Bau über Barkeeper, Sonnenbrillenspezialisten, Postboten und Moderatoren bis hin zur Arbeit als Anwalt oder Lehrer.  Wir haben ein Spektrum an Statements zum Thema «Beruf» zusammengetragen und unter anderem auch den Luzerner EFFE dazu befragt, wie sein Arbeitsleben so aussieht.

«Mein Beruf? Professioneller Autotune-Hook Schreiber. Dafür stehe ich morgens um drei Uhr auf und höre mir Songs an bis zirka neun Uhr. Dabei studiere ich genau, wie die Tracks aufgebaut und strukturiert sind. Danach mache ich erst einmal Pause. Von neun Uhr dreissig bis zwölf Uhr schreibe ich dann einige Melodien und Texte. Nachmittags mache ich meistens frei und schreibe hobbymässig noch eine paar Rap-Texte.

Momentan arbeite ich an einem ÜBER-Ohrwurm, der sämtliche Rekorde brechen wird – das ist jedenfalls mein momentanes berufliches Ziel (lacht). (EffE schreibt über sich in der dritten Person, «lacht» in Klammern, da dies ja ein schriftliches Interview ist, er aber wirklich gelacht hat.)

Wie jeder Mensch finde auch ich Dinge an meinem Job, die eher nerven. Das sind in meinem Fall beispielsweise Berufskollegen, die Hooks in ihren Songs nicht ernst nehmen. Die Hook ist der wichtigste Teil eines Tracks, da er sich drei- bis viermal wiederholt, also muss sie schon reissen. Das motiviert mich tagtäglich dazu, einen Song zu schreiben – nicht umsonst nenne ich mich «Kptn Hook».

Meinen Beruf kann ich sehr gut mit meiner Rap-Karriere verbinden, da mein Beruf meine Rap-Karriere ist (lacht schon wieder – und schreibt schon wieder über sich in der dritten Person, dass er lacht). Natürlich fällt mir das Texten in Hooks leichter, da ich auch unfassbar gut rappen kann. Die Verbindung der beiden Musik-«Richtungen» war aber gar nicht immer so einfach. Zu Beginn meiner Karriere – zirka 2003 – wurden meine oft gesungenen Hooks von Rap-Fans gehasst. Mittlerweile habe ich diese gesungenen Autotune-Hooks vollständig in Rap-Songs etabliert und es ist ganz normal, dass man diese benutzt.

Als Kind wollte ich eigentlich immer einfach reich werden, damit ich mir Goldketten kaufen kann. Auch heute wäre mein Traumjob noch, reicher Sohn zu sein. Musik zahlt sich ab einem gewissen Level auch in der Schweiz aus – um auf dieses Level zu kommen, muss man aber hart arbeiten. Bis dahin bin ich also schon sehr froh, dass ich nebenbei noch meinen «normalen» Job habe.»