Die SMAs stehen vor der Tür und gewisse Vorzeichen künden einen Sturm an, einen Sturm, der für die Schweizer Musik-Szene nicht ganz unbedeutend sein könnte. Doch der Reihe nach:

Die Swiss Music Awards ist die wichtigste Musikpreisverleihung der Schweiz. Ausgezeichnet werden internationale und nationale Künstlerinnen und Künstler in über zehn Kategorien. Schweizer Rap kommt in der diesjährigen Ausgabe nicht wirklich gut weg, aus dem Urban-Kuchen sind mit Stereo Luchs (nominiert für Best Talent), Danitsa und Rootwords (beide nominiert für Best Act Romandie) nur deren drei Künstler vertreten. Einige werden nun ergänzend Lo & Leduc (nominiert für Best Hit, Best Album) erwähnen, welche schliesslich ebenfalls Wurzeln im Rap vorzuweisen haben. Und genau hier beginnt die Debatte: Lo & Leduc haben am vergangenen Freitag das Mixtape «Update 4.0» veröffentlicht, die Fortsetzung der Update-Reihe, welche 2009 ihren Ursprung gefunden hat. Damals hat vor allem Lo ohne wenn und aber als Rapper gegolten, hatte er zu der Zeit schon mehrere Ultimate-MC-Battle-Siege und technisch hochstehende Raptexte vorzuweisen. Heute, zwei Top-Five-Alben und mehrere poppige Hit-Singles später, weckt die Bezeichnung «Rapper» im Zusammenhang mit den zwei Bernern aber Groll beim einen oder anderen Vertreter der HipHop-Szene. So meldete sich letzte Woche zum Beispiel Xen über Social Media zu Wort: «Wie können sie sagen, dass die jetzt mit Rap zurück sind?! Wieso wurden sie dann bei den vorhergehenden Alben als Rapper betitelt?» Er erklärt seine Wut damit, dass die Berner Pop gemacht haben, sich aber jetzt, wo Rap in der Schweiz an Relevanz gewinne, wieder an die Szene annähern wollen. Abschliessend fügt er hinzu: «Ich kämpfe für Rap, ich kämpfe für HipHop in der Schweiz.» Zustimmung bekommt er von verschiedenen Seiten, auch aus dem CH-Rap-Kosmos.
Der Dietiker wird, neben Arthi, LCone, KT Gorique und ALI, bei der SMA-Verleihung als Teil des Cypher-Showblocks auf der Bühne stehen. Dabei könnte die eine oder andere Line durchaus Öl in das lodernde Feuer dieser Debatte giessen. Man kann gespannt sein, ob der Rap-Szene, ja der ganzen Schweizer Musikszene, vielleicht schon bald ein grosser Sturm um die Ohren weht.