Es hat wieder einmal massig neue Mucke vom Himmel geschneit: Mit den neuen Alben von Slimka, Sema.ntik und John Darra sollte für jedermann ausreichend Material vorhanden sein, um die grauen Tage zu überstehen.

Slimka – «No Bad Vol. 2»

«No Bad Vol. 2» präsentiert sich als Mischung aus absoluter Leichtigkeit und stahlharter Aggressivität. Ersteres zeigt sich dadruch, dass Slimkas Flow auf den ganzen elf Tracks nicht ein einziges Mal identisch klingt. Die Aggressivität entsteht dann ihrerseits aus den übertrieben starken 808s der futuristischen Beats und Slimkas eiskalter Attitude. Dem Superwak-Mitglied könnte mit «No Bad Vol. 2» ein weiterer Schritt Richtung Europa gelingen.

Sema.ntik – «SONNHALDE»

«SONNHALDE» präsentiert sich als eine gehörige Ladung HipHop, die mit leichten Funkelementen aufgehellt wurde. Sema.ntik und sein Produzent EU93NE verzichten bewusst auf neumodische Spielereinen, schaffen Raum für Semas weitreichende Alltagsbetrachtungen und bringen dem aktiven Zuhörer dadurch Sema.ntiks Geschichten über Job, Leben und Vaterrolle näher. Obwohl das Album an seinem Kindheitsrevier, dem Kultplattenbau «SONNHALDE», aufgehängt wird, besitzt die Platte das Potenzial, aus der Zürcher Agglomeration herauszutreten.

John Darra – «Scorrlife»

«Scorrlife» präsentiert sich als durch und durch starke, moderne Platte. 46 «newschool-trappige» und trotzdem abwechslungsreiche Minuten lang gibt der Neo-Zürcher sein Können zum Besten. Darra verbindet ruhigere Momente mit, lässt seine Stimme Emotionen vermitteln, singt und haut dann im richtigen Moment wieder gehörig auf den Putz. Wer sich die Platte gönnt, wird schnell merken, dass nicht nur «Millionaire» mit Hit-Potenzial gesegnet ist. War John Darra über längere Zeit eher ein Geheimtipp, könnte «Scorrlife» kräftig an diesem Status rütteln.