Wie das so ist mit den Perlen, schlummern sie oft in den weiten Tiefen und offenbaren ihr scheinendes Antlitz nur wenigen Auserwählten. LYRICS Magazin berichtet in den meisten Fällen über aktuelles musikalisches Rap-Geschehen in der Schweiz. Gute Songs gab es aber auch schon vor unserer Zeit. Wir haben deshalb 10 Tracks zusammengetragen, die unserer Meinung nach nicht vergessen werden sollten.

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Moskito – Indigo
Luzern anno 2013: Der Kreativschmelztiegel schlechthin. Flews sphärische Produktion trifft auf Luzis unnahbaren Flow. Ein Track zum Mitfliegen und genau Hinhören, denn Sprachwitze und Message lohnen sich!

Dawill – Wo isch d’Liebi blibe

In der heutigen Zeit gehen Albumsongs, die nicht als Single ausgekoppelt werden, oft unter. Zum Glück ist die komplette Dawill- und Nativ- aka S.O.S.-Diskographie nun auf allen Streaming-Plattformen abrufbar. Auf dieser Perle hier rappt RastaPapi Dawill über das Wesentliche: Liebe gegenüber deiner Auserwählten und gegenüber der Welt. PumPum-Punani!

Di-meh – Good Coffee ft. Danitsa

Die beiden Welschrap-Aushängeschilder noch vor den Trapeinflüssen. Über ein bekanntes, aber gut eingesetztes Sample rollen sie in melodiefreundlicher Golden-Ära-Manier und geben dir – wie ein guter Kaffee – alles für den gelungenen Start in den Tag.

Steezo – Guete Abig ft. Tommy Vercetti

Der heutige Maurice Polo ist etwas spät dran und entschuldigt sich, der Drink mit HipHop sei ihm dazwischengekommen. Das glauben wir ihm – auch heute noch. In der notorischen Kombo mit Seiltänzer und Schnäbiprinz Tommy V gelingt das Ausnahmevergnügen auf allen Ebenen: Der soulige Beat catcht, ihre Delivery macht Spass und der Steez wird in Zürich und Bern gönnerhaft in die Sommerluft verteilt.

Hardwud Classiks – Unverlürbar

Ein lüpfiges Instrumental, ein einnehmender Refrain à la Boys on Pills und ein geniales Videokonzept. Mehr braucht es nicht, um Freude an der Musik zu vermitteln. Wer genau hinschaut und hinhört, erkennt einen der Crew als heutigen Radiomoderator.

Kiko&Boro – MOOSAMBIIGE

Das letzte musikalische Lebenszeichen des lustigen Brüderpaars. Wie immer mit gekonnten Übertreibungen, provozierenden Posen und einer Prise Selbstironie. Wie gut das ins Trap-Genre passt, zeigt diese Perle, die leider ohne weitere Ankündigungen releast wurde. Ob auf der Bank oder auf der Comedy-Bühne, Kiko und Boro sind «Moos am biige»!

Sulaya – I dine Ärm

Das von Toebeats produzierte kitschliebende Brett killt dank dem hoch gepitchten Sample. Sulaya rappt gewohnt rough, doch inhaltlich lässt sich der Schaffhausener zähmen und gibt aufopfernd preis: «I dine Ärm willi verrecke doch ich schnuf no»

Phumaso, C.mEE & Smack – Nüme Ignoriere (Remix)

Der superlative Remix in einer kurzen Zeit der neueren CH-Rap-Geschichte, in der die gefühlt halbe Szene für einen Track die Köpfe zusammengesteckt haben. Unglaublich aber wahr, auf diesem Song hörst du neben allen fast allen Bestandteilen der Möchtegang auch die Featuregäste Mimiks, Tommy Vercetti, Manillio und Hyphen!

Poitch – Wachsä

Der Song des MCs der Winterthurer Fraktion Eigänabou zeigt, dass man auch mit wenigen Mittel, aber gutem Text und authentischer Art viel bewegen kann. Ein Geheimtipp aus der LYRICS-Hometown, der auch stadtübergreifend Köpfe zum Nicken bringt.

Emm x Kackmusikk – Usgang ame Zistig ft. Dave & Dizzy Tizzy

Der Luzerner Emm vereint lokale Grössen wie Dave und Dizzy Tizzy von 7 Dollar Taxi auf einer soliden Kackkmusikk-Produktion und schafft damit ein gelungenes musikalisches Experiment. Most underrated!