Ein weiterer Newcomer betritt das Feld. Für einmal ohne Flex, dafür mit Ruhe und Gefühlen.

Die grosse Reichweite fehlt MVRDO noch. Mit Betonung auf «noch». Denn «Still My Love» verdient definitv eine grössere Audienz als die momentanen Streaming-Aufrufe. Der schweizerisch-eritreische Doppelbürger bringt hier feinsten R’n’B auf sphärische, minimalistische Trap-Beats. Seine leicht weinerliche Stimme, verziert mit zurückhaltendem Autotune-Einzsatz, erzeugt dabei eine wunderbar nostalgische Melancholie. Die Produktion ist aber, entgegen der sonst so blank polierten R’n’B-Hits, stellenweise roh. Dieses Stilmittel lässt das Werk noch näher und authentischer wirken. Die Lyrics stehen, um den ganz besonderen Vibe des Songs nicht zu zerstören, eher an zweiter Stelle. Resigniert lässt er seine erste grosse, verflossene Liebe Revue passieren. Visualisiert wird der Track durch ein Video in Super-8-Optik, welche zwar kitschig ist, aber durchaus passend, weil der Blick in die Vergangenheit durch die bekannte rosarote Brille erfolgt. Wem dieser Song gefällt, hat Grund zur Freude, denn die EP «Nothing Left To Say» soll bald folgen.