Wem Danase und Sterneis bereits ein Begriff sind, den mag die G-Romantik auf «Bible» nicht zu überraschen. Für alle anderen dürften Sterneis’ zeitlose Instrumentals und Danases Credibility eine willkommene Abwechslung im CH-Rap-Alltag darstellen.

«Bible», das sind zweieinhalb Minuten allerfeiste Strassenlyrik aus dem Munde Danases gepaart mit einem ergreifenden «Its been time»-Sample, einem leichten Radiofilter und souligem Background. Danases relaxter Flow löst die Frage nach dem christlich angehauchten Titel «Bible» gleich zu Beginn auf: «…hör uf rede, mini Jungs sind verschwige, im Konflikt mitem Gsetzt lisi hinderschi d Bible.» Bars wie diese oder «Kollektier Steischmuck scho sit ich pubertier, Diamante staplet sich als wär min Vater Juwelier», vermitteln dem Zuhörer Danases Lebensgefühl. Die erfrischend authentische Zürcher-G-Romantik wird von Sterneis’ perfekt produzierten Instrumentals noch greifbarer gemacht. Den Produzenten kann man getrost als einen der Gründungsväter des Schweizer Raps bezeichnen, bereits in den 90er-Jahren machte er mit Mundart-Produktionen auf sich aufmerksam. Mit Danase, welchen er seit über acht Jahren kennt, wagt Sterneis nun den Sprung zurück ins Rampenlicht. Nun könnte dem Duo mit «Jesus Malverde», dem Schutzpatron (aller) mexikanischer Drogenhändler, ihr bisher grösstes Release gelungen sein. Nicht nur «Bible», sondern die ganze EP verblüffen durch ihre witzige und authentische Art, welche den Zuhörer durch Danases Gaunerwelt führt. Dass die EP Einblicke in den skurrilen Zürcher Untergrund gibt, kommt vor allem in den Skits zu Vorschein, in welchen Polizeiverhöre und mögliche Privatgespräche gekonnt inszeniert werden. Das ganze Ding kann auf YouTube oder in allen gängigen Streamingportalen angehört werden.