Der S.O.S-Member ist wieder auf seinem Preacher-Shit.

Letzten Freitag hat Nativ sein Soloalbum «Baobab» releaset. Das Tape ist politisch motiviert und kritisiert viele Facetten des Lebens. Stellvertretend für diese Haltung kommt nun mit «Nicce» die erste Single.

Über den Inhalt des Tracks könnte man wohl einen ganzen Roman schreiben. Gleich zu Beginn des Videos wird der Zuschauer aus der Illusion einer heilen Welt gerissen. Beim Blick hinter die Kulissen findet sich Nativ im Lieferwagen eines Flüchtlingsschleppers wieder und rappt desillusioniert über die Werte in Europa: Gier, Dekadenz, Scheinheiligkeit. Anschliessend inszeniert sich der Berner als Pate mit weissem Pelz und Goldkette in seiner Villa. Seine Geschäftsbereiche umfassen scheinbar alles, womit man handeln kann. Organe, Kinder, Tabletten werden ihm gereicht. Umgeben von seiner Privatarmee wird es noch politischer. So kritisiert er das leichtfertige Verhalten der Grossmächte: «Jööh, lueg mau die World Leaders, wie sie chli Chrieg füehre. Was für Luusbuebe. Zwüsche Wäutfriede und ‘re Kirschturte. No paar Städt uslösche vorem Zähnputze.»

Mit allerhand Symbolik – teils kryptisch und teils leicht verständlich – bekommt man ein interessantes Hochglanz-Video, welches zugleich Unbehagen auslöst. Der Plan von Nativ zu sensibilisieren, geht also auf.

«Nicce» ist der Problematik rund um das Rückkehrzentrum für abgewiesene Asylsuchende in Prèles gewidmet. Abgeschlossen wird deshalb der Clip mit einem Aufruf, an einer Demonstration in Bern teilzunehmen.