Der Zürcher mit der rauchigen Stimme möchte der Schweizer Musiklandschaft eine neue Facette hinzufügen.

Eingängige, gesungene Hooks und Probleme der Generation X, vermischt mit dem internationalen Flavour – so definiert der Newcomer ZID seine Musik. Seine erste Single, «OMG», ist angekommen. Mit über 250’000 Plays auf Spotify ist das für Schweizer Verhältnisse ein schöner Achtungserfolg. Am 26. Oktober ist das erste Projekt gefolgt. «00:01» ist der Titel der fünf Songs starken EP.

Musikalisch orientiert sich der Zürcher an der derzeit funktionierenden Raop-Formel. Dass diese Konzeption klappt, haben Bausa und Cro längts bewiesen. Das Radio-Airplay wird angestrebt.

Seinen Anfang hat die musikalische Laufbahn von ZID in den Clubs Zürichs genommen. Dort legte er jahrelang als DJ auf, feilte aber gleichzeitig an seinen eigenen Beats. 2017 nimmt man ihn zum ersten Mal in der Rap-Szene wahr: Auf Didis Tape «Kunst» liefert er eine Gasthook. Ein Jahr später präsentiert er sich vor einem noch grösseren Publikum. «In Tüüfels Chuchi feat. ZID» heisst die Vorabsingle zu Bliggs Album «KombiNation». Trotz dieser Connections beweist sich ZID auf seiner EP ohne Features.

Durch ein Interview möchten wir das Jungtalent näher kennenlernen.

Hey ZID, früher hast du als DJ gearbeitet. Wie bist du zum Gesang gekommen?
Früher habe ich bereits produziert. Damals noch mit Fruity Loops – was ja jetzt wieder in Mode ist bei den ganzen Trap-Produzenten. Ich habe da einfach ein bisschen rumgebastelt. Mit 16 habe ich mit dem Auflegen angefangen und einige Mashups gemacht. Für Rapper habe ich weiterhin Beats gemacht. Einmal hat einer eine Hook gebraucht. Leider konnte er nicht singen. So hat er mich gefragt. Weil das so gut geklappt hat, habe ich dann angefangen, Refrains zu singen.

Was zeichnet deiner Meinung nach deinen Sound aus?
Als Mundartkünstler bediene ich mich internationaler Stilmittel. Ich mache modernen Sound, ein bisschen angelehnt an amerikanische Pop-Produktionen. Es klingt nicht wie andere Schweizer Künstler, die man so kennt.

Deine Debüt-EP erscheint gleich über ein Major-Label. Davon träumen viele junge Artists. Wie hast du das geschafft?
Mein Management und ich haben Sony meinen Sound vorgestellt und es hat ihnen gefallen. Mehr habe ich nicht gemacht.

Hast du schon seit Anfang deiner musikalischen Laufbahn diesen urbanen Pop-Sound verfolgt oder hast du auch eine Selbstfindungsphase durchlebt?
Jein, ich habe von Anfang an immer Pop gemacht. Von Anfang an habe ich immer Pop und poppigen Rap gehört. Habe ich geil gefunden. Aber die Selbstfindungsphase habe ich noch nicht abgeschlossen. Man entwickelt sich immer weiter und entdeckt neue Seiten an sich oder seiner Musik. Diese Phase wird, glaube ich, nie richtig abgeschlossen sein. Wenn das passiert, steht man still.

Welche musikalischen Vorbilder hast du?
Ich habe kein klassisches Vorbild. Mich inspiriert Vieles. Wen ich aber crazy finde, ist Jon Bellion. Der ist sehr underrated. Er produziert unheimlich krass und ich liebe seine Musikvideos.

Die Themen auf deiner EP sind dem gängigen Pop-Schema entsprechend: Liebe, Beziehung, jugendliche Euphorie. Hast du Lust, dich in Zukunft tiefergehenden Themen zu widmen?
Die obligatorische LYRICS-Frage (lacht). Dazu kann ich nur sagen, dass ich über das schreibe, was mich beschäftigt. Die Themenauswahl erfolgt automatisch. Aber ganz ehrlich: Was gibt es für ein tiefergehendes Thema als Liebe? In dem Moment, in welchem Liebe in einem Leben eine Rolle spielt, gibt es nichts Wichtigeres als das. Klar schreibe ich auch mal über anderes, wenn mich das beschäftigt.

Wie kam der EP-Titel «00:01» zustande? Beziehungsweise was verbindest du mit dieser Uhrzeit?
Der EP-Titel kommt von der Stoppuhr. Wenn du die anschaust, dann ist 00:01 der Start. Die EP ist mein Startschuss. Wenn man es als Uhrzeit interpretiert, ist es die erste Minute im neuen Tag. Zudem sind die meisten Songs auch nach Mitternacht entstanden. Zustande kam der Titel in einer Last-Minute-Aktion. Kurz vor Release stand immer noch kein Titel.

Ist nach dem Release von fünf Songs erstmal wieder Schreiben angesagt oder ist es ein Appetizer auf etwas Grösseres?
Schreiben ist immer angesagt. Ich bin nie nicht am Schreiben. Aber als erstes werde ich noch auf der Bligg-Tour auftreten. Musikalisch ist etwas Grösseres noch nicht in Planung. Es werden sicher Songs folgen, ein Album ist momentan noch nicht in Sicht. Aber es gibt noch viele Songs auf meinem Rechner, die darauf warten, releaset zu werden.

Die aktuelle Single «Meh»