Zuerst die Ankündigung des Kollabo-Albums mit Questbeatz, nun Musikvideo-Auskopplung für «Noir». Nativ scheint viel um die Ohren zu haben und liefert konstant neues Material nach, sei das ein Musikvideo für eine Single auf «Baobab», psycho’n’odds-Release oder Solo-Single. Und die Qualität scheint nicht unter der Quantität zu leiden, im Gegenteil.

Der Release von «Noir» ist Monate her und «Baobab» wurde von der CH-Rap-Szene rauf- und runtergehört. Ein Musikvideo zu diesem Zeitpunkt herauszubringen ist mutig, denn nun braucht es umso mehr eindrucksvolle Visuals, um dem Track irgendwie Relevanz zu verschaffen. Und dieser Herausforderung ist Anil Sarikaya, der Videoproduzent des Noir-Musikvideos definitiv gerecht geworden. «Noir» ist kein Musikvideo, gespickt mit Special Effects und durchzogen von Reizüberflutung, sondern visuell ziemlich simpel. Ein Sepia-Filter über die Szene, die aussieht, wie ein Mitschnitt aus einem Theater und Lichtverhältnisse, die ein wenig bedrückend wirken. Sarikaya spielt mit Lichtverhältnissen und kreiert so eine ein wenig anstrengende Atmosphäre, die perfekt zum zugleich melancholischen als auch sehr sozialkritischen Song passt. Das Highlight sind die Szenen in der Kunstgalerie, visuell ein starker Kontrast zum gedämpften Ton des Sepia-Effekts mit einer fast penetranten Helligkeit. «Noir» hat es mit einem starken Musikvideo geschafft, nicht nur eine Musikvideoauskopplung Monate nach Release des Albums zu sein, sondern steht als eigenständiges, kleines Projekt da.