Wenn CH-Rap ins Ausland exportiert, ist es stets ein Highlight einer Szene eines kleinen Landes, das in den flächenmässig viel grösseren Nachbaren Fuss fassen kann. Oft nicht so stark beachtet – zumindest in der Deutschschweiz – sind die Verbindungen nach Frankreich.

Die Schweiz ist ein kultureller Schmelztiegel innerhalb dessen die Identitätsbildung stark über die Sprache und den Dialekt geschieht. Deshalb verwundert es wenig, dass die Schweizer Musikszene ein spezielles Verhältnis zur Landesgrenze hat. Einerseits sehr protektionistisch und relativ geschlossen gegen aussen, zeigen sich Teile der CH-Rap-Szene jedoch auch sehr offen gegen aussen – als momentan wohl relevantestes Beispiel, ist hier Pronto zu nennen, der in Deutschland einiges Aufsehen erregt. Generell scheint Deutschland auf den ersten Blick der wichtigste Exportplatz für Deutschschweizer Künstler zu sein, doch Interessanteres passiert in Frankreich. Vielen ist nicht klar, dass beispielsweise gleich drei Romands schon einige Features mit einem der grössten Stars momentan in Frankreich landen konnten. Generell müsste man als CH-Rap-Fan die French Connection mehr im Auge haben – deshalb hier ein kleiner Überblick, wer schon was mit wem fabriziert hat.

Stress: Das Ende der 00er-Jahre war eine erfolgreiche Zeit für Stress. Einer der grössten musikalischen Stars der Schweiz bringt 2009 mit «Des Rois Des Pions Et Des Fous» eines seiner wichtigsten Alben heraus. Und auf dem Album ist ein sehr prominentes Feature zu finden – Soprano. Der Rapper aus Marseille wird in den nächsten Jahren mit ziemlich einzigartigem Sound einige Hits landen.

Greis: Auf Greis‘ Alben finden sich einige Tracks mit französischen Musikern, sowohl Rappern als auch beispielsweise einer Popsängerin auf «Les Amants». Was Rapper angeht, hat Greis zwei Features mit Urgesteinen des französischen Raps – Akhenaton und shurik’n des Kollektivs IAM. Und Greis hat ebenso wie Stress auch mit Soprano zusammengearbeitet, war mit ihm auf Deutschlandtour und hat mit Afrob und Skero zusammen einen Track für die Juice aufgenommen.

Danitsa: Danitsa tanzt hier insofern aus der Reihe, dass sie nicht wirklich mit Rappern zusammengearbeitet hat. Dennoch ist ihr Feature mit dem französischen DJ King Doudou als französischem Urban-Musiker hier erwähnenswert.

Superwak Clique und La Base: Der interessanteste und wohl berühmteste Featuregast ist nicht aus Frankreich, füllt dort allerdings Stadien. Roméo Elvis ist eigentlich aus Belgien, bewegt sich aber generell im französischen Raum und hat anscheinend Connections in der Schweiz – La Base, Di-Meh und Slimka. Alle drei hatten Roméo Elvis 2018 auf einem Album.

Mimiks und LCone: Die neuste Addition zur Liste der French Connection ist zugleich ein Debut. Mimiks und LCone sind die ersten CH-Rap-Künstler, die ausschliesslich auf Schweizerdeutsch Musik machen und ein Feature mit einem französischen Künstler landen konnten – allerdings keinem Rapper, sondern einem französischen Star-Produzenten. Heezy Lee hat schon für Grössen wie Niska und Booba produziert und neuerdings eben auch LCones und Mimiks’ «A-Team». Der Song erscheint am kommenden Freitag. Die Entstehungsgeschichte des Tracks haben wir in unserer Dokumentation festgehalten.