Die neue Single von Sim Simma behandelt ein ernsthaftes Thema. Auf «ichdawodu» spricht er den Drogenkonsum an, den er in seinem Umfeld und allgemein in der Schweiz miterlebt.

Im April feierte C.mEE sein Comeback, wo er mit «Zwüsched Übel und 5 Sterne», «Irgendöppis Anders» und «D’Welt machts möglich» gleich drei Singles, alle produziert von Chekaa, an einem Tag releaste. Deepere Töne schlägt er nun in seinem neuen Track «ichdawodu» an, in welchem er unter anderem die Kokainerfahrungen von Bekannten aus seinem Umfeld behandelt. Wir haben mit C.mEE über die neue Single und das Thema Kokain gesprochen.

Zu Beginn des Songs singst du: «D’Nase voll vo all däm Coke rund um mich». Welche Erfahrung hast du persönlich mit Kokain gemacht?

«Ich habe meine urbane Experimentierphase gottseidank hinter mir. Auf jeden Fall kann ich gut nachvollziehen, dass man süchtig nach diesem Zeug werden kann. Beunruhigend finde ich jedoch, wie Koks verharmlost wird. «Wetsch en Pfupf?» ist das neue «giz Eine?» geworden. Die Schlange vor dem Männerklo wird auf jeder Party gefühlt immer länger und in St. Gallen darf man seit neustem sogar zwei Gramm ungetestetes Koks mit sich herumführen. Auch in meinem Umfeld war Koks ein grosses Thema über die letzten Jahre. Mir sehr nahestehende Personen sind viel zu oft von den Folgen des Konsums direkt oder indirekt, inklusive Todesfall, tangiert worden, was mich natürlich sehr nachdenklich stimmt. Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber dieses Zeugs verändert einen viel schneller, als man selbst merkt.»

An wen ist der Song gerichtet?

«Inspiriert wurde ich von einem meiner besten Freunde, der schon länger mit Koks, MDMA, Ketamin, 2CB oder LSD experimentierte und mit der Zeit damit seine liebe Mühe bekommen hat. Der Song richtet sich aber nicht an ihn, sondern an alle, die es leid sind, sich mit diesem Thema gezwungenermassen auseinanderzusetzen. Denn irgendwie nervt es nur noch. So oft habe ich mich schon über den Konsum unterhalten. Am Schluss siegt oder verliert eben doch immer nur die Willenskraft eines Jeden.»

Hast du noch Kontakt zu diesem Freund?

«Ja, wir sind noch immer sehr gute Freunde. Nach einer Selbstfindungsphase ist er auf dem besten Weg ins normale Leben zurück, wo es nicht nur kurze Hochs und lange Tiefs gibt. Dies freut mich ausserordentlich.»

Was möchtest du sonst noch zu diesem Thema loswerden?

«Das Schlimmste, was einem Menschen in diesem Kontext passieren kann, sind schlechte Freunde. Ein guter Freund wird dir niemals unaufgefordert Drogen anbieten. Wenn du stirbst und in den Köpfen deiner «Freunde» Gedanken wie «war ja klar» oder «das musste ja so kommen» aufkommen könnten, dann würdest du einen ganz traurigen Abgang machen, oder nicht? Also fragt euch regelmässig ‘ich bi da – wo bisch du?’»