Am Freitag hat Loredana im Kosovo eine Pressekonferenz anlässlich der aktuellen Vorwürfe gegeben. Dabei hat sie vor allem auf die Feststellung eines Schweizer Journalisten energisch reagiert.

Über die Vorwürfe gegen Loredana haben wir bereits letzte Woche berichtet. Das hervorgerufene mediale Echo war riesig. In allen namhaften Zeitungen der Schweiz und in Deutschland war die erfolgreichste Schweizer Rapperin aller Zeiten präsent. Die wenigsten haben auch nur ein gutes Haar an ihr gelassen. Loredana hat letzten Freitag eine Pressekonferenz in Pristina einberufen, um Auskunft über den aktuellen Stand des Falles zu geben.

Viel mehr als vorher wusste man zugegebenermassen nach der Konferenz nicht. Allerdings brachte Loredana eine interessante Anschuldigung gegen die Schweizer Musik- und Medienbranche vor. Einem Journalisten, welcher sich um das Image der albanischen Community in der Schweiz Sorgen macht, entgegnet sie vorwurfsvoll: «Aber warum wird denn nicht berichtet, dass ich Rekorde gebrochen habe als Albanerin in der Schweiz? […] Die Schweiz hat sich immer entgegen gezogen bis Deutschland die ersten waren, die geschrieben haben. Deswegen war ich immer in der Schweiz auf Abstand mit den ganzen Medien, mit den ganzen Swiss Music Awards oder egal was. Ich war immer dafür, dass ich in der Schweiz lebe und aus dem Studio aus der Schweiz Musik mache. Das heisst, ich bin eine Schweizer Künstlerin. Anstatt man sagt: ‘Ey Digga, wir haben eine aus der Schweiz, die in Deutschland Rekorde bricht.’, redet man darüber: ‘sie hat schöne Autos, sie prollt mit Geld, sie zieht sich wie ein Junge an, sie ist so, sie ist so.’, […] In der Schweiz waren sie bei mir schon immer nur der Meinung, dass ich nur mit Geld prolle, dass ich nur mein Auto zeige. Mehr schlechte Wörter als gute.» [sic]

Harte Anschuldigungen, also. Blickt man in der Berichterstattung der Schweizer Medien, scheinen sich aber die Vorwürfe zu bewahrheiten. Es wurde weniger über Streaming-Rekorde geschrieben, mehr über Fake-Follower debattiert, Kritik an der Zurschaustellung eines Babys geübt oder über das Parkieren auf Behindertenparkplätzen berichtet. Auch der grösste Schweizer Musikpreis, die SMAs, welcher, zumindest teilweise, aufgrund von Verkaufszahlen vergeben wird, hatte im letzten Jahr Loredana nicht einmal nominiert (an den LYRICS-Awards war sie nominiert). Der Unmut über die Ignoranz scheint also gerechtfertigt.

Über 44 Mio. YouTube-Klicks und 47 Mio. Spotify-Streams – trotzdem kaum Berichterstattung und keine Nomination an den SMAs.

Missgunst? Ignoranz? Kleinreden der Influencerin, die jetzt auch Rap macht? Die Gründe dafür könnten vielfältig sein. Die Antworten wissen nur die Betroffenen selber.

Ab circa Minute 46:30 bringt Loredana die Anschuldigungen an die Schweizer Medien- und Musiklandschaft an.