Amar ist erst 15 Jahre alt und macht auf Instagram gerade ordentlich Welle mit seinen Clips. Wir haben mit dem Jungen über den Handy-Video-Hype gesprochen.

Erst letzte Woche haben wir über eine für den Durchschnitts-CH-Rap-Hörer vielleicht befremdliche Szene berichtet: Jugendliche, welche hungrig Bars in die Kameras ihrer Smartphones einrappen und damit den Stars wie Mero oder Nimo nacheifern, haben beachtlichen Erfolg auf Instagram. In einem kleinen Voting sollten uns die Nachwuchsrapper zeigen, wer die loyalste Followerschaft in seinem Rücken hat.

Unsere Abstimmung hat polarisiert. Die einen schüttelten ungläubig die Köpfe ob der schlechten Soundqualität oder dem mangelnden Wort- oder Taktgefühl, die anderen hypten ihre Favoriten in den Himmel. So sind innert Tagesfrist etliche Hunderte Kommentare verfasst worden. Schlussendlich überwiegten die positiven Kommentare und verdeutlichten, dass die Insta-Rapper nicht belächelt werden sollten. Denn ähnlich wie bei Mero, sollen die Amateur-Videos nur der Anfang sein.

Die meisten Kommentare hat Amar gesammelt. Mit oftmals perfekt durchchoreographierten Videos, sogar mit Backup-Rappern, sammelt er momentan durch seine Clips die Skills, um einen soliden Grundstein für eine Karriere zu legen. Wir haben den 15-jährigen Nachwuchsrapper gefragt, was ihn denn zu solchen Videos antreibt.

Warum gerade Handy-Videos und nicht mit einer richtigen Soundproduktion?

Es war zuerst nicht geplant, die Videos so zu drehen. Irgendwann wollten wir unsere Texte aber anderen zeigen – und da ist Instagram halt die Plattform, mit welcher das am einfachsten geht. Wir wollten einfach verbreiten, was wir zu sagen haben und damals hatten wir noch nicht die Chance, irgendwo ein Studio zu besuchen.

Ist Rap für dich ein Hobby oder denkst du mit Ambitionen?

Rap war immer schon ein Hobby. Das wird es auch immer bleiben. Aber es ist doch auch schön, mit seinem Hobby etwas zu erreichen.

Seit wann machst du diese Videos?

Mein erstes Video habe ich im März 2018 geuploadet.

Was denkst du, warum sind diese Instagram-Bars momentan so im Hype, obwohl durch billige Alternativen auch Mikrofone, Fruity Loops, etc. auch für junge Rapper erschwinglich wären?

Ich denke, viele haben nicht die Zeit oder die Skills, sich das Produzieren selber beizubringen.

Waren Mero, Sero el Mero und all die Newcomer, welche durch Insta-Videos fame geworden sind, eine Inspiration für dich?

Die Inspiration ist vielfältig. Neben den grossen Namen waren auch meine Kollegen ein grosser Antrieb. Wahrscheinlich sogar der grösste. Sie waren auch diejenigen, welche mich dazu ermutigt haben, die Videos zu verbreiten.

Wirst du dich einmal auch im Studio unter Beweis stellen?

Klar, ich bin oft im Studio.

Welchen Sound möchtest du in Zukunft machen?

Ich habe etwas zu sagen. Deshalb möchte ich Sound machen mit Aussagekraft. Etwas Deepes, viel Realtalk – ich will sagen, was falsch läuft auf der Welt.

Was planst du in Zukunft zu machen mit Rap?

Vieles ist geplant. Es wird sicher nicht bei Handyvideos bleiben. Es ist vieles im Gange, was aber noch im Hintergrund läuft. Bleibt gespannt.

Noch ein paar Worte an deine Follower, die für dich abgestimmt haben?

Danke an jeden, der gevotet hat, macht weiter so. Ich küsse eure Augen.