Das Openair St. Gallen hat sich in der Vergangenheit nicht mit grossen HipHop-Acts gerühmt. Doch dieses Jahr wagte man einen Schritt in eine interessante Richtung.

Ein Blick auf die OASG-Lineups der vergangenen Jahre verrät: mit HipHop holt man die Ostschweizer nicht nach St. Gallen. Nur vereinzelt findet man Namen von Rappern zwischen den zahlreichen Indie- und Rockbands. Doch dieses Jahr war nicht nur HipHop generell, sondern insbesondere CH-Rap mehr als gut vertreten. Am Donnerstag heizten Monet192 und La Nefera den Frühankömmlingen schon ordentlich ein, RIN brachte die Sternenbühne dann schliesslich zum Kochen. Ein Comedy Auftritt von Ex-361-Grad-Rapper Kiko aka Kikomedy, die Sonnenbrand provozierende Show von Yung Hurn und schliesslich der kranke, uniformierte Abriss von KIZ boten dem HipHop-Fan auch am Freitag reichlich Unterhaltung. Auch der Samstag hatte mit Nemo, Brockhampton, 11ä, Bausa, Manillio als Ersatz für die krankheitshalber ausgefallene Jessie Reyez und einem DJ-Set von Still Phil einiges zu bieten. Schlussendlich rundeten Dabu Fantastic und Deutschrap-Urgestein Dendemann das Openair St. Gallen am Sonntag für die Rap-Fans ab.

Mit einem Lineup wie diesem macht sich das Festival im Sittertobel durchaus interessant für alle, die HipHop und speziell Schweizer HipHop feiern. Ausserdem ist erfreulich zu sehen, welche Crowds die Rap-Acts angezogen haben. Ganz generell war die Stimmung trotz Hitzetemperaturen locker und gut. Feierwütige tanzten die Nächte durch, tagsüber chillten viele Openairgänger in der nahegelegenen Sitter und gönnten sich eine Abkühlung.
So ist das Fazit sehr positiv: St. Gallen hat sich vom Pilgerort für Gelegenheits-Musikhörer und Indie-Anhänger zum attraktiven Festival für LYRICS-Leser gewandelt.

Text: Valentin Oberholzer und Luca Thoma