Stress weiss, wie er sich zu vermarkten hat. Auch seine neue Single liefert Stoff, um sich öffentlichkeitswirksam positionieren zu können.

Nach dem aufsehenerregenden Start seiner Promophase zu seinem mittlerweile neunten Album, einer Dokumentation über seine psychischen Probleme, geht es in ähnlich spektakulärem Stile weiter. Denn in «A chaud & à froide» soll Stress offenbar über seine untreue Freundin, das Model Ronja Furrer, geschrieben haben. Das titelt zumindest die «20 Minuten»: «Hat Ronja Stress betrogen?» Weil diese Frage nicht mal die grösste Gratiszeitung der Schweiz zu beantworten weiss, kann man das Gossip-Thema bei Seite lassen und die Aufmerksamkeit auf die Musik lenken, denn die ist, wie von Stress gewohnt, von solider Qualität.

Stress hat sich nach seiner TrapPhase schon längst wieder auf melancholischem Soundboden gefunden. Seine neue Single reiht sich perfekt in die Reihe seiner letzten Vorab-Songs «Effacer», «Nuage de Fumée» und «Terre brûlée» ein – und das thematisch wie auch vom Feeling. Während er also vielleicht über seine aktuelle Beziehung philosophiert, vielleicht in Gedanken einer anderen Frau nachhängt oder sich vielleicht einfach im Storytelling übt, steigt die Spannung, Stress nach fünf Jahren wieder auf Albumlänge zu hören. Produziert haben die leichte, poppig angehauchte Single Arma Jackson, Gabriel Spahni und Stress.