Wie es schon häufig der Fall war in den letzten Jahren am Openair Frauenfeld, kommt man als Trap-Fan besser weg als wenn man lieber Oldschool hört. Auch dieses Jahr keine Überraschungen diesbezüglich. Die Auswahl ist gross und fast zu gross, wenn man in den Genuss von harten 808s und Moshpits im 30-Sekunden-Intervall kommen will. Deshalb hier ein Guide, was man sich auf jeden Fall geben muss – zumindest als Trap-Fan.

Die Essentials

Young Thug (Freitag, 22:10, North Stage), Travis Scott (Freitag, 23:25, South Stage), Future (Donnerstag, 21:20, South Stage).

Wer Thugger verpasst, hat sein Leben nicht unter Kontrolle. Da braucht man nicht mehr zu sagen. Futures «DS2» hat diese ganze Ära eingeleitet und es wäre schade, eine unbestrittene Koryphäe in dieser Szene zu verpassen. Ausserdem ist sein neustes Projekt ein ziemlich spannendes, auch wenn wieder einmal nicht klassisch Future. Ein versatiler Künstler, den man als Trap-Fan sicher irgendwann gesehen haben muss. Travis Scott hingegen braucht keine grosse Argumentation, weshalb man an dieses Konzert gehen sollte, es sei denn, man mag keine wild um sich fuchtelnden Typen. Wer dennoch eine Argumentation benötigt:

Die potentiell besten Konzerte des OAF

Trippie Redd (Samstag, 19:25, North Stage), Stormzy (Donnerstag, 20:10, North Stage), Flatbush Zombies (Donnerstag, 00:50, North Stage), $UICIDEBOY$ (Freitag, 00:50, North Stage), EarthGang (Samstag, 15:50, South Stage), Gunna (Donnerstag, 17:50, North Stage), Lil Baby (Donnerstag, 19:00, South Stage), Sheck Wes (Freitag, 17:10, North Stage) Ufo361 (Freitag, 18:05, South Stage), Octavian (Donnerstag, 20:25, La Fabrik), SCARLXRD (Freitag, 20:25, La Fabrik), Slimka (Samstag, 16:25, La Fabrik).

Alle diese Artists haben ein konkretes gemeinsames Potential – ihr Konzert zum besten deines OAFs zu machen. Zumindest aus völlig subjektiver Perspektive. Alle diese Acts haben über die letzten Jahre hinweg bemerkenswerte Projekte präsentiert, die sich unter dem Begriff Trap zusammenfassen lassen und in gewisser Art und Weise etwas Neues zur momentanen Szene beigesteuert haben. Sei das Sheck Wes’ Underground-Tape «MUDBOY», Ufo361s DIY-Serie «Ich bin ein/2/3 Berliner» oder SCARLXRDs genereller Neudefinition von wirklich hässigem (T)Rap. Ausserdem sind die hier aufgeführten Musiker alles Künstler, die bekannt sind für starke Vocal Performances in ihren Studioprojekten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Performance auch live geboten werden kann, ohne dass nur der Beat im Hintergrund läuft, während der Act nach Luft ringt. Übrigens: Wer sicher gehen will, dass er ein gutes Konzert sieht – Flatbush Zombies.

Der Restposten voller Talent und mehr oder weniger generischen Rappern

Rae Sremmurd (Donnerstag, 22:30, North Stage), Tyga (Samstag, 22:10, North Stage), Rich the Kid (Samstag, 18:05, South Stage), MadeinTYO (Donnerstag, 21:45, La Fabrik), YBN Cordae (Freitag, 14:40, North Stage), Saweetie (Samstag, 21:45, La Fabrik), THEY. (Donnerstag, 19:05, La Fabrik), Pronto (Freitag, 18:05, Soul City), LGoony (Donnerstag 15:15, Soul City), Reezy (Samstag, 14:40, North Stage), Serious Klein (Donnerstag, 16:25, La Fabrik), Joey Purp (Freitag, 16:25, La Fabrik), COBEE (Freitag, 12:45, Soul City).

Es ist nicht ganz einfach zu sagen, wo Trap beginnt und wo er aufhört. Wenn dein Lieblings-Trap-Act also nicht in diesem Guide ist, dann ist es wohl nicht Trap per se oder würde eine Definition überstrapazieren. Sorry an dieser Stelle für die subjektiv gezogenen Genregrenzen. Der Restposten an dieser Stelle soll auch in keiner Weise implizieren, dass man von diesen Artists keine gute oder gar unglaubliche Liveshow erwarten soll, sondern lediglich, dass wohl nicht jeder OAF-Besucher diese Konzerte als absolute Highlights sehen würde. Zu fixiert ist das Publikum auf die riesigen Acts. Auch sind einige der hier aufgeführten Künstler in einer konkreten Nische. Es ist eher schwierig vorstellbar, dass Diehard-G-Eazy-Fans auch Diehard-LGoony-Fans sind. Der Restposten ist eine Sammlung talentierter Künstler, die sicher für den einen oder anderen Festival-Gänger persönliches Highlight sind, in der enormen Masse an Acts über das gesamte Festival gesehen jedoch ein wenig untergehen könnten – leider. Und einige sind auch musikalisch nicht wahnsinnig spannend. Ein Geheimtipp jedoch an dieser Stelle: Joey Purp.