Es ist ein schmaler Grat zwischen überladen und eindrucksvoll und für den ein oder anderen Hörer von DAIFs «Capri Sunday» dürfte diese Gratwanderung zu rau gewesen sein. Liebhaber von Klängen und Vocals jenseits des Rap-Kanons dürften mit DAIF jedoch eine kleine Perle entdeckt haben.

Ein sphärischer, verträumter und doch vorantreibender Beat bringt den Hörer, gerade in Kombination mit dem leicht Kopfschmerzen-verursachenden Musikvideo, in einen fast tranceähnlichen Zustand – wenn man sich darauf einlässt. Und das ist der Punkt, mit dem DAIF polarisieren kann: Er eckt an, fliesst aber gleichzeitig ganz leicht durch den Lautsprecher mit einem seltsam-harmonischen Soundbild, einer anspruchsvollen Stimme und einer Wahnsinns-Hook. «Capri Sunday» als Auskopplung zum neu erschienenen Mixtape «카프리 선데이» ist schwierig zu schubladisieren, zu vergleichen und auch zu werten, macht aber auf jeden Fall gespannt auf mehr.