Didi setzt für «Morukmodus 2» auf die bewährte Rezeptur. Er bleibt seinem Stil und seinem Soundbild treu, worunter die Experimentierfreudigkeit hie und da leidet.

Didi spielt auf seinem neuesten Tonträger seine Stärken aus: Mit seiner Themenvielfalt findet sich Didi auf «Morukmodus 2», wie bereits bei seinem Vorgänger «Kunst» zwischen bedeutungsvollen Liebes-Songs um Familie, Verflossene oder den Kreis und Representer-Bangern. Geflext wird vor allem mit Mimiks auf «Ume» und den Zürcher Homies Jamal, Don Fuego und Denaro auf «Gangsht». Beide Singles durften wir schon vor dem Projekt-Release hören und setzten die Erwartungen entsprechend hoch an.

 

Beim Hören bemerkt man schnell dass «Morukmodus 2» das Rad nicht neu erfinden soll. Didi sichert sich lediglich seinen Stellenwert im Schweizer Rapgame. Die Feature-Auswahl und seine Big-Boss-Attitüde zeigen: Didi ist fester Teil der Szene und selbstbewusster denn je. Musikalisch fährt er den Film, der ihm seit Jahren steht. Er bewegt sich irgendwo zwischen Trap, Chakuza-Depri-Sound, Crew-Life-Representer-Shit und Newschool-Turnup. So bewährt dieses Soundbild auch sein mag, es lässt wenig Freiheiten zu. Hin und wieder lassen sich deshalb austauschbare Hooks, erahnbare Punchlines und Beat-Déjà-Vues finden. Ähnlich generisch ist auch die Auswahl an Songtiteln.

Didi definiert sich auch 2019 weder über anspruchsvolle Texte noch über die kreativsten Wortspiele. Eine lyrische Meisterleistung wird deshalb auch gar nicht erwartet. Seine Zuhörer holt er eher mit seiner tiefen Stimme, einer standhaften Sicherheit und frecher Attitude auf durchgestylten Trap-Beats ab. Anstatt möglichst viele Silben in eine Zeile zu packen, nimmt sich Didi die Zeit, das, was er sagen will, gelassen auf den Takt zu setzen und mit einer selbstverständlichen Coolness wiederzugeben. So ist auch MM2 eine sichere Nummer für alle eingefleischten Didi-Fans und No-Basic-Anhänger. Mit Standout-Tracks wie «UME» oder «Gift», dürfte Didi allerdings auch ausserhalb der eigenen Zuhörerschaft Anklang finden.

Text: Valentin Oberholzer