Die Verschnaufpause ist over. Nemo zeigt sich auf «Crush uf di» von einer komplett unbekannten Seite. Autotune-lastiger geht fast nicht – zum Leidwesen seiner Community.

Nemo ist back! Nach einem guten Jahr Auszeit kommt das Bieler Wunderkind aus dem nichts mit einer Liebeserklärung an Autotune. Da staunt sogar Autotune-Aficionado Josha Hewitt auf Instagram. Nemo ist an seiner Stimme nicht mehr zu erkennen, so verzerrt sind seine Vocals. 20 Minuten titelte heute Morgen «Nemo, was ist mit deiner Stimme?». Auf «Crush uf di» zeigt er sich erfrischend experimentell.

Nemos Fans sind alles andere als begeistert vom «neuen» Nemo. Auf Facebook findet sich mehr Nemo- und Autotune-Bashing als in den YouTube-Kommentaren zu Bachelor-Kandidatin Mia Maddisons Track «SINNER», welcher Ende Oktober erschienen ist. «Hört sich an wie ein Pesofener Nemo» oder «Das isch jo ke Musik sondern produzierte Lärm!» sind nur einige Beispiele. Die LYRICS-Redaktion ist sich aber im Grossen und Ganzen einig: Nemo darf sich erlauben, den neuen Style zu verfolgen.

Auch aus der Musikerszene erreicht Nemo via Instagram vor allem positives Feedback, beispielsweise von LCone oder der Band Hecht. Solothurner Rapper Pato mag vielen aus der Seele sprechen, wenn er kommentiert «Bitte los nid druf wenn jetzt aui fö afo umegränne, wüus nid das isch wo sie erwarte. Es het ehh niemer öppis z erwarte vomne Künschtler!»

Die einjährige Output-Pause scheint Nemo gut getan zu haben. Startete er bis Winter 2017 mit Radiohits wie «Du» oder «Himalaya» durch, so nimmt er sich jetzt die Freiheit, zu experimentieren. Wir sind gespannt, was vom Cypher-Überflieger von 2016 nächstes Jahr noch kommt und wohin sich sein Sound entwickelt.

Was das Ganze mit Rap zu tun hat? Noch ist unklar, in welche Richtung sich das Soundbild von Nemo entwickeln wird. Er bewegt sich aber wieder mehr in unseren Sphären als mit seinem Radiosound von 2017.

Bild: Instagram | Ella Mettler

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