Die Rapper hierzulande sind viel unterwegs, die Bühne ist ihr zweites Zuhause. Was unternehmen sie aber, wenn sie keine Gigs spielen? Sie tun dasselbe, wie wir alle: Sie gehen feiern. Für die aktuelle LYRICS-Ausgabe haben wir LCone über seine Feier-Gewohnheiten ausgefragt.

«Ich gehe sehr oft aus – mindestens jedes Wochenende, manchmal aber auch mehrmals pro Woche. Das gehört einfach dazu. Ich trinke gerne ab und zu, wobei ich sagen muss, dass das Trinken natürlich mit dem Alter teurer wird. Ich kann heute im Gegensatz zu meinen jüngeren Jahren mehr trinken, ohne etwas zu spüren. Was sich ebenfalls verändert hat, ist der Inhalt meines Konsums: Früher habe ich noch mehr mit Drogen experimentiert, von solchen Sachen lasse ich heute die Finger. Gesoffen wird aber trotzdem.

Ich liebe es, mit meinen Freunden zu feiern, da hier immer eine hundertprozentige Eskalationsgarantie besteht. Oft trifft sich mein Freundeskreis bei Dave (Marash & Dave) in der WG. Dort hören wir Baile Funk, Ballermann-Hits oder 187 Strassenbande. Wenn der Pegel erreicht ist, wagen wir uns auf die Strassen Luzerns, meistens ins Rok.

Mein liebster Ausgangsort ist aber definitiv die Schüür in Luzern. Die Schüür hat Charme, extrem viel Platz und einen grossen Aussenbereich. Ich war auch in jüngeren Jahren schon oft dort, weshalb ich mit der Schüür einerseits grobe Abstürze, andererseits aber auch sehr positive Erinnerungen verbinde (das eine schliesst das andere ja nicht aus).
Bei der Location-Wahl bin ich allgemein nicht sehr heikel. Ich kann überall feiern – Hauptsache Alkohol und Freunde. Wo ich wirklich Grenzen ziehen müsste, wäre beispielsweise bei einem Neo-Nazi-Treff. Da würde ich höchstens hingehen, um Stress zu machen.

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Erstmal im Club oder in der Bar angekommen, bestelle ich meist einen Moscow Mule (Wodka mit Ginger Beer). Schmeckt gut und haut rein. Von Anmachsprüchen muss ich meist keinen Gebrauch machen: Einfach im Club stehen, der Rest kommt von alleine. Allerdings habe ich auch schon schlechte Anmachsprüche gehört, die mich dann eher amüsieren. Sprüche wie «Du hast ein schönes Lächeln» sind beispielsweise einfach zu platt.

Wie es halt so ist, wenn man ab und zu trinken geht – man kennt sein eigenes Mass nicht immer, beziehungsweise will man es auch nicht immer kennen. Mir ist schon viel Scheiss passiert – wortwörtlich: Wenn ich zu schnell trinke, löst das bei mir einen gewissen Mechanismus aus. So beispielsweise das eine Mal, als ich zu viel, zu schnell und das Falsche getrunken hatte – und mir vielleicht noch etwas Chemisches verabreicht wurde – und ich wenig später in der Waschküche aufgewacht bin. Dabei musste ich feststellen, dass ich auf den Boden geschissen hatte – haha! Worst Hangover ever.»