Vom Underground-Sound zum Radiohit-Garanten: Cro schaffte innerhalb vo drei Jahren das, wovon andere ein Leben lang träumen. Für unsere aktuelle Ausgabe haben wir mit ihm über sein neues Album gesprochen und ihm Sound aus der Schweiz gezeigt. Einen kleinen Vorgeschmack möchten wir euch nicht vorenthalten.

Cro wurde mit seinen ersten Mixtapes «Trash», «Meine Musik» und «Easy» schnell als ein doper Newcomer in den in den HipHop-Kreisen wahrgenommen. War er zuerst ein guter Underground-Tipp, mauserte er sich schon bald zum Radiohit. Gleichzeitig kam jedoch auch bald der Hate – Cro wurde als Mainstream-Panda abgestempelt und belächelt. Denn: Welcher Rapper schmückt seine Parts und Hooks denn schon mit Gesangsmelodien? Es hagelte Kritik von allen Seiten – parallel dazu lief trotzdem die Hitmaschinerie.

Drei Jahre, ein Unplugged-Album und einen Kinofilm später hat Cro im letzten September sein drittes Solo-Album releast. Seine Musik – wie auch seine Maske und sein Auftreten – haben an Ästhetik dazugewonnen. «tru.» ist ein Kunstwerk mit bedingungsloser Liebe zum Detail.  Denn  anders  als  alle  anderen  Rapper  debattiert  Cro  im  Interview  mit  Rooz  von hiphop.de nicht  über  Promo-Moves  und  den  Wahrheitsgehalt  der  Rapupdate-Gerüchteküche,  sondern  erklärt  dem wortlahmen  Moderator  das  Klangbild  seiner  Synthies  im  Studio  und  seinen  Anspruch  an  sich,  an  einen  Perfektionisten,  der  sich  voll  und  ganz  seinem  Künstlerleben  verschrieben.

Wir haben den 28-jährigen Stuttgarter getroffen und uns über sein neues Album unterhalten. Zudem hat es uns Wunder genommen, was Cro zu unseren Schweizer Rappern sagt und haben ihm Sound von Pronto, Josha Hewitt, Danitsa und Monet192 gezeigt.

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DANITSA – HOOVER

Die französische Schweiz ist dope! Ach Guck, dieser Clip sieht jetzt schon viel besser aus.

Mich erinnert es ein wenig an «Die Antwoord».

Ja, ich weiss, was du meinst. Ich sehe die Parallelen auch. Ich finde Danitsa ist authentisch und crazy. Ich kaufe ihr alles ab. Sie hat definitiv einen Knall. Das feiere ich. Mega dope. Killer. Auch das Video passt ultrageil zum Sound- bild. Sie hat Style und Attitude. Das ist voll mein Film.

MONET192 – JAGE DIE MI000000

Naja, solche Clips finde ich dann schon ein wenig strange. Das habe ich noch nie wirklich gemocht und gemacht. Dieses zwanghaft versuchte Schauspielern. Dieser Shot, bei dem das Handy klingelt und man sieht, wie die Ex-Freundin anruft – das habe ich schon so oft gesehen. Das ist gar nicht meins. Danitsa hat im Gegensatz zu ihm eine echte Performance abgeliefert und hat versucht, sich künstlerisch verrückt auszudrücken. So gespielte Streitereien der Protagonisten nerven mich als Zuschauer. Auch der Sound überzeugt mich nicht richtig. Ich bin nicht so auf dieser «Nur noch Gucci – ich trage nur noch Gucci»-Welle wie alle anderen. Da bin ich raus.

Was hörst du denn privat?

Ich höre sehr viel Trap-Soul aus Amerika wie Bryson Tiller. Es muss auch gar nicht immer HipHop sein – alles, was eine krasse Stimme hat und krass klingt, finde ich dope. Ich chille mehr so in der Childish-Gambino- und Chance- The-Rapper-Ecke. Hier fühle ich mich wohl. Klar höre ich die Standard-Dinger von Kendrick, Drake und wie sie alle heissen. Das feiere ich natürlich auch.

Monet192 würdest du also nicht privat abfeiern?

Nein, ich nicht. Meine Jungs aber alle schon. Die fahren hart auf diesen Sound ab.

Hört man an seiner Aussprache, dass er ein Schweizer ist?

Nö. Er hat auf jeden Fall das Potenzial, auch in Deutschland Fuss zu fassen. Er rappt sehr solide. Doch momentan spriessen so viele Rapper, die alle ähnlich wie Monet klingen, in die Höhe. Deswegen klinge auch ich nicht so, denn es gibt schon zu viele, die diesen Film fahren. Ich mache es lieber anders. Wenn alle nach rechts gucken, komme ich von links.

Abschliessende Worte zu Schweizer Rap?

Krass. Hätte ich nicht gedacht. Ich fand alles auf seine Art und Weise dope. Hättest du mir nicht gesagt, dass Danitsa Schweizerin ist, wäre ich wohl davon ausgegangen, dass sie straight aus London oder aus einem Bezirk in New York kommt. Die Sprache und die Herkunft werden im Rap mehr und mehr irrrelevant. Entscheidend ist schlussendlich, wie geil deine Mucke ist.

Das ausführliche Interview mit Cro kannst du in der aktuellen Ausgabe lesen. Erhältlich ist dieses ab dem 22. Juni im Handel. Wenn du deine Lektüren lieber bequem nach Hause geliefert bekommst, kannst du dir hier ein Abo für nur 36.- Franken lösen. Du bist nur noch einen Klick davon entfernt. Los, hol dir dein persönliches Abo!