Repräsentation des eigenen Umfelds, sei es das das soziale oder das geographische, ist ein bekanntes Schema der urbanen Kultur. Im Rap manifestiert sich das oft in Werken, die die eigene Stadt porträtieren. Wir haben die besten Representer-Tracks der jeweiligen Städte herausgesucht.

Die Schweiz ist selten eine wirkliche Einheit. Wie oft hört man Zürcher, die sich über Basler beklagen, Basler, die sich momentan wohl aufgrund der fussballerischen Situation über Berner beklagen oder Berner beziehungsweise der ganze Rest der Schweiz, die sich über Zürcher beklagen. Städte scheinen fixe Grundsteine der Identitätsfindung zu sein. Das spiegelt sich auch im Schweizer Rap wieder, der Gemeinschaftsgedanken findet sich immer wieder in gemeinsamer Postleitzahl oder Telefonvorwahl. Die verschiedensten Künstler werden von diesem Gemeinschaftsgedanken inspiriert und produzieren so Kulturgut in spezieller Form – das sind einige der besten Representer-Tracks verschiedener Deutschschweizer Städte. Wie immer besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Aarau: Lirik – «Flow vode Aare»
Lirik bringt auf «Flow vode Aare» die Hassliebe zur Stadt an der Aare zu Papier und verarbeitet die gemischten Gefühle ungefiltert. So speziell wie Aarau als Stadt ist, alternativ, äusserst laut und doch irgendwie unscheinbar, so speziell ist auch Liriks Hymne an seine Heimatstadt.

Basel: Brandhärd – «B wie Basel»
Basel macht die Sache nicht einfach. Hier könnte ebenso gut Griots «My Basel» stehen und auch die eineinhalbstündige Dokumentation «1City1Song» verdient eine besondere Würdigung. Dennoch setzt sich Brandhärd als absolute Basel-Ikone durch und repräsentiert hier die Stadt am Rhein.

Bern: S.O.S – «läbä&stärbä»
Die Hauptstadt schmettert einem die Qual der Wahl direkt ins Gesicht. Zu viele ikonische Oden an die Aarestadt gibt es, um eine spezifische auszuwählen, ohne eine heftige Opposition zu generieren. S.O.S’ «läbä&stärbä» macht jedoch das Rennen aus zweierlei Gründen – es bringt einerseits frischen Wind in eine eher oldschool-lastige Rangliste und ist gleichzeitig Hommage an eine andere Hymne, 6er Gaschos «Bärn Baby». Wurzel 5s «Hie» sitzt Nativ und Dawill jedoch dicht im Nacken.

Chur: Breitbild – «Montalin»
Ein Gedankengang um Loblieder über Chur geht Hand in Hand mit dem Stichwort Breitbild, somit ist die Wahl von «Montalin» keine schwierige. Die Bündner Lokalmatadoren sind fest verankert im Churer Herz und «Montalin» weckt sogar in Nicht-Churern Nostalgiegefühle.

Luzern: Marash & Dave feat. LCone – «041»
Fast auf die Woche genau fünf Jahre ist es her, dass Marash, Dave und LCone mit «041» nicht nur eine Luzerner Rap-Hymne geschrieben, sondern auch ein gleichnamiges Movement eingeleitet haben. Vom 2000er-Jahre-Synthesizer zum gefestigten Standing in der Schweizer Musikszene: 041 ist nicht mehr wegzudenken.

Winterthur: Eigänabou – «Vitudurum United»
Neun Minuten Winterthur, neun Minuten der «chlinste Grossstadt vode Schwiiz». Vitudurum United ist ein Portrait der Eulachstadt und ein Spiegel des kulturangefressenen Winterthurers. Es ist kein Zufall, dass der Neun-Minuten-Track mit allem, was Rang und Namen hat, genau Produkt einer Stadt ist, in der Kultur ganz grossgeschrieben wird.

Zürich: Skor feat. EKR & Tinguely Dä Chnächt – «Willkomme in Züri»
Ikonen der Langstrasse vereint mit einer Hymne an eine Stadt, die in den darauffolgenden Jahren noch stärker überschwemmt werden wird mit Markennamen und Werbung. Die drei Kultfiguren ehren eine Zeit, in der noch keine Hiltl-Logos an den Fassaden der Langstrasse prangerten und bringen Zürich zu Papier.