Mit «Quintessenz» haben Phumaso & Smack ihre Fans aus einem fünf Jahre andauernden Dornröschenschlaf geweckt. Zusammengerechnet haben die Winterthurgauer das Rentenalter zwar bereits erreicht, trotzdem ist der Drang, die junge, wiederaufkeimende Rapszene auf Albumlänge noch einmal gehörig zu ficken, gut hör- und spürbar.

Als Smack & Phu 2013 mit dem Album «Wurzle & Chrone» endgültig den Step von Winterthur in die ganze Deutschschweiz schafften, glaubte niemand, dass fünf Jahre ins Land streichen müssen, bis ein neuer Longplayer der beiden erscheint. Trotzdem: Die P&S-Fangemeinde, die – was Treue und Support anbelangt – wohl schweizweit ihresgleichen sucht, ist kaum geschrumpft. Gespannt konnte sie vor allem auf das Rap-Niveau von Phumaso sein, hatte der Winterthurer doch seit 2013 merklich abgebaut und nur ein Bruchteil seines Könnens auf den Möchtegang-Alben abrufen können. Und wahrlich, als würde ihn die Zweisamkeit beflügeln, sitzen Phus Flow-Patterns wieder und die Tempo-Switches begeistern, wie sie es in den guten alten Zeiten taten.

Ansonsten ist «Quintessenz» nicht ein Album, das mit grossen Überraschungen aufwartet, dafür aber mit durchgehendem Entertainment. Die Parts von Smack sind allesamt sehr amüsant, wenn auch ab und zu reisserisch und oberflächlich. Genau diesen Style, immer auf der Schneide zwischen plump und äusserst kreativ, weiss er gekonnt wie kaum ein zweiter anzuwenden. Phumaso traut sich daneben ebenfalls, Grenzen auszuloten und zeigt sich neben seiner neugewonnenen Flowsicherheit offenherziger und direkter denn je. Die unverkennbaren Shocktraderz-Beats geben dem Tape zusätzlich das Nostalgie-Feeling, schliesslich haben die Brüder Schoch schon 2009 auf «Post Scriptum» für P&S-Instrumentals gezaubert. Höhepunkt des Albums sind die zwei Solo-Songs, Tiefpunkt der Track «Vierabigbier» aufgrund der schwachen Gastparts. Spannend wird zu sehen sein, wie die zwei in Winterthur wohnhaften Rapper das Album live präsentieren, denn beide sind sie als absolute Live-Monster bekannt. Gelegenheit dies zu prüfen, gibt es am Freitag, 19. Oktober im Salzhaus.