Mach dich gefasst auf den 23. Februar, denn das LYRICS Festival jährt sich an diesem Tag bereits zum dritten Mal. Erwartungsgemäss werden sich wieder die verschiedensten Gesichter um die Bühne des Kanzlei Clubs in Zürich scharen. Damit du  bestens  vorbereitet bist, auf das, was dich dort erwartet, haben wir die klassischsten Festivalbesucher-Typen in acht Kategorien unterteilt. Welcher Rap-Fan-Typ bist du?

 

1. Der «Oldschooler»

 

Nur für Sulaya kauft er sich ein Ticket, denn er wollte den «mamibumser» schon immer einmal Live erleben. Ansonsten hat der Oldschooler eigentlich keinen Bock auf die ganze Newcomer-Meute. Optisch erkennst du ihn üblicherweise am Bandana und an den Baggys. Eventuell trägt er eine dieser schmalen Sonnenbrillen – aufgrund der ganzen Blender im Club.

 

2. Der «Trinker»

 

Voller Vorfreude trifft er sich bereits nachmittags mit seinen Freunden, um sich gepflegt die Kappe zu füllen. Nichts geht für den Trinker über ein gediegenes Vorglühen. Wenn du ihn suchst, findest du ihn meistens an der Bar. Steht er aber einmal nicht mit einem Brooklyn Brewery Bier an der Theke, wird er sich mit Sicherheit am Helvetiaplatz mit einer Petflasche Vodka-Soda zwischen den verschiedenen Acts die Beine vertreten. Wenn er denn noch laufen kann.

 

3. Der «Moshpiter»

 

Sogar Xens deepsten «Stahn uf»-Track und Nativs gesellschaftskritischste Moralpredigt vermiesen diesem Festivalbesucher seinen Moshpit nicht. Er findet einfach immer eine Gelegenheit, die Meute zum Abfeiern zu animieren. Und sollte diese dazu einmal nicht gewillt sein, zieht er das Ding eben alleine durch. In Ekstase kommt er schliesslich bei «fckyu» von S.O.S., da glänzen seine Jumping-Skills erst richtig. Besonders gefeiert wird der Moshpiter vom klassischen CH-Rap-Fan (siehe unten), da er dessen Euphorie in seinen Bewegungen perfekt zum Ausdruck bringen kann.

 

4. Der «CH-Rap-Fan»

 

Der totally open minded Swiss-Rap-Fan feiert das gesamte Genre generell und bedingungslos. Kein Wunder: Er befindet sich ja schliesslich gerade am Festival mit dem sicksten Line-Up der Schweizer Rapszene. Er ist einfach nur glücklich und freut sich bereits das ganze Jahr auf diesen Abend. Gänsehaut schüttelt ihn am ganzen Körper, wenn Mimiks seine «Jong & Hässig»-Classics droppt oder Jamal mit seinem Cypher-Part die Bühne crasht. Ob alter Hase im Rap-Business oder Newcomer – der CH-Rap-Fan unterstützt alle Vertreter seiner Muttersprache im HipHop-Genre.

 

5. Der «Experte»

 

Hüte dich vor dem Experten! Er analysiert das komplette Genre von A-Z. Er steht verhalten in einer Ecke und beobachtet kritisch das Geschehen. Beinahe schon misstrauisch verfolgt er die Show. Falls du ihn triffst, mache bloss nie den Fehler, ihn nach seiner Meinung zu fragen. Er wird beginnen, gnadenlos in perfektem HipHop-Fachjargon zu referieren und zu argumentieren. So schnell wirst du nicht mehr von ihm loskommen. Also, falls du mit ihm ins Gespräch kommen solltest: Lächle, nicke und verziehe dich unauffällig an die Bar.

 

6. «Das Fan-Girl / Der Fan-Boy»

 

Geduldig warten die treuen Fan-Boys und – Girls in der ersten Reihe, bis Nativ endlich die Bühne betritt. Und dies bereits seit Stunden. Es stört sie auch nicht, dass sein Schweiss während der Show in ihre vor Glück strahlenden Gesichter spritzen könnte, im Gegenteil. Die Fans schliessen sich teilweise sogar zusammen und es entstehen richtige Freundschaften. Abwechslungsweise holt jeder von ihnen Brooklyn Bier für alle, während die anderen felsenfest ihren First-Row-Place verteidigen. Mit vollem Körpereinsatz. Und wenn die Füsse zu schmerzen beginnen, setzen sie sich einfach direkt beim Bühnenrand hin und warten weiterhin geduldig, bis die Show ihres Lieblingsrappers endlich beginnt. Die Superlative des Fan-Girls wird euch im nächsten Punkt beschrieben.

 

7. Das «Swiss-Rap-Groupie»

 

Das Swiss-Rap-Groupie triffst du selten an, denn meistens ist es gut getarnt. Aber wenn es irgendwo zu finden ist, dann am LYRICS-Festival. Das vorzugsweise weibliche Rap-Groupie wartet sehnlichst die Gelegenheit ab, Aufmerksamkeit von ihrem Angebeteten zu erhaschen. Sind die Groupies erst in greifbarer Nähe ihrer Helden, legen sie willkürlich ihre Tarnung ab und outen sich ohne Rücksicht auf Verluste als die leichteste Beute des Abends. Sie würden niemals davor zurückscheuen, kreischend ihre Unterwäsche auf die Bühne zu katapultieren. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt: Schreibe deinen Namen, deine Telefonnummer oder sogar den Namen deines Instagram-Accounts auf deinen BH oder Slip, schleudere ihn Mimiks an den Kopf und du bist dabei. Dieser Move wird dann von den Rappern, zur grossen Enttäuschung der Groupies, meist dankend abgelehnt – wie seltsam.

 

8. Der «LYRICS-Hater»

 

Zu guter Letzt präsentieren wir euch unseren Favoriten: Den LYRICS-Hater. Er ist nur gekommen, um allen zu zeigen, wie weak er das LYRICS Magazin eigentlich findet. Er versteht es einfach nicht, weshalb sein überdurchschnittlich talentierter Kumpel nicht von uns gepusht wurde. Deutlich zeigt er allen seine Enttäuschung in Form eines Dauer-Schmollmundes und verlässt die Location während des Höhepunktes der Party mit einem verachtenden Seitenblick auf den reichhaltigen Merchandise-Stand. Niemals würde er sich ein LYRICS-T-Shirt kaufen. Es sei denn, sein Kumpel würde nächstes Jahr als Haupt-Act gebucht werden. Dann liesse sich vielleicht mit ihm reden.