Output über Output: Nur wenige Monate nach «Baobab» und wenige Monate vor dem Kollabo-Album mit Buds Penseur ist heute ein neues Nativ-Album erschienen.

 

Gemeinsam mit Questbeatz, dem LYRICS-Award Gewinner in der Kategorie Best Producer 2018, wird auf «Awful» der Trap-Vibe stilvoll eingefangen. Die Conscious-Brille bleibt dabei für einmal abgesetzt. Doch Nativ kann und darf das. Auch er sieht den musikalischen Wandel als Teil seiner künstlerischen Freiheit. In der aktuellen LYRICS-Ausgabe, die in einer Woche erscheinen wird, haben wir mit Nativ über «Awful» gesprochen. Hier ein Interview-Auszug:

 

Nativ, du sprichst dein neues Soloalbum an. Ein doch überraschender Bruch: Weg vom typischen Nativ-Vibe, hinein in den Trap-Film…

 

Dahinter steckt eigentlich eine sehr einfache Erklärung: Es ist einfach das, was ich höre. Ich habe auf Baobab versucht, mehr an diesem Nativ-Sound – klar, es sind trap-lastigere Beats als auf MVZ – festzuhalten und ich glaube das ist mir auch mehr oder weniger gut gelungen. Es ist nicht mehr Boom bap, aber es ist noch immer Nativ. Und auf diesem neusten Album habe ich vielmehr Einflüsse eingebaut, was ich tagtäglich höre – Lil Baby, Gunna, Playboi Carti – Musik, die nicht wahnsinnig viel Inhalt hat, mich aber trotzdem packt und inspiriert.

 

Ist es auch ein Gegenstück zu Baobab in Konzeption und Umsetzung im Soundbild?

 

Definitiv. Ich bin mir auch sicher, dass ich einige Zuhörer verlieren werde, weil sie denken, Nativ mache jetzt auch nur noch Trap, und seine Musik sage gar nichts mehr aus. Aber ich denke, es steckt mehr dahinter, es ist ein Zeichen meiner künstlerischen Freiheit. Niemand kann mir vorschreiben, was ich zu tun hätte. Ich hätte ein Boom-bap-Album machen können, aber es hätte nicht dem entsprochen, wie und was ich fühle. Der Sound verändert sich, aber es bin immer noch ich.

 

Apropos Zuhörerverlust: Du hast dir eine Fanbase aufgebaut, die diese Oldschool-Schiene mag, die, wenn sie Nativ hört, auch Boom bap erwartet. Verändert sich etwas innerhalb deiner Fanbase?

 

Ja, aber das habe ich schon erlebt, als wir S.O.S gemacht haben. Aber ich glaube, das wird man immer haben. Du kannst es nie allen recht machen. Am Ende des Tages musst du das machen, was du willst, ob du nun Leute verlierst oder nicht. Und ich werde Leute verlieren. Ich weiss das. Es wird Leute geben, die sagen, dass ich mich verändert hätte, dass ich abgehoben sei, was weiss ich was für Attribute mir in Zukunft zugeschrieben werden. Gleichzeitig spricht das Album aber auch andere Leute an, die ich vorher noch nicht erreichen konnte.

 

 

«Awful» ist auf allen gängigen StreamingPortalen erhältlich.

 

Das ganze Interview gibt es ab dem 29. März in der neuen LYRICS-Ausgabe.

Mehr davon im LYRICS Magazin

Bestelle jetzt dein LYRICS-Abo für nur 36 Franken und geniesse vielseitige Artikel rund um die Schweizer HipHop-/Urban-Szene. Dank dir wird Rap in der Schweiz grösser!

 

Das ausführliche Album-Review folgt morgen auf lyricsmagazin.ch.